1. Saarland

„Wald-Knigge“ soll im Saarforst für ein geordnetes Miteinander sorgen

Für ein geordnetes Miteinander in der Natur : „Wald-Knigge“ für mehr Anstand im Forst

Die saarländischen Wälder locken derzeit laut Umweltministerium jeden Tag 50 000 und mehr Menschen an, die so auf unterschiedliche Art nach Erholung aus dem Pandemie-Stress suchen. Da es dabei auch öfters zu Konflikten zwischen den auf Waldwegen konkurrierenden Wanderfreunden, Rodlern, Mountainbikern, Hundeführern, Reitern, Umweltschützern und Jägern kommt, stellte Umweltminister Reinhold Jost (SPD) am Mittwoch einen neuen Verhaltens-Knigge für Waldfreunde und Waldbesucher vor, der künftig ein geordneteres Miteinander aller gewährleisten und sie zugleich besser vor Gefahren schützen soll.

„Der Wald gehört uns allen. Mindestabstand 1,50 Meter gilt auch hier, aber eine Maskenpflicht in den Wäldern wird es nicht geben“, betonten Minister Jost und sein zuständiger Referatsleiter Thomas Steinmetz. Zu der Frage, wer bei durch Schnee- und Eisbruch herabfallende Äste und Baumkronen oder gar umgestürzte Bäume und Unfälle auf Waldwegen haftet, verwies Steinmetz auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) aus dem Jahr 2012, wonach das Betreten des Waldes grundsätzlich auf eigene Gefahr geschieht. „Am besten ist es, im Wald bei Schnee und Eis nach oben zu schauen“, riet Saarforst-Leiter Hans-Albert Letter.

Der in einer Erstauflage von 10 000 Exemplaren frisch gedruckte „Wald-Knigge“, der als mehrseitiges Faltblatt in die Hosentasche gesteckt oder auch online auf der Website des Umweltministeriums abgerufen werden kann, soll unter anderem auch über Rathäuser, Kitas und Schulen verteilt werden. Erläutert werden in dem Verhaltenskodex Regeln wie: „Keine Anleinpflicht für Hunde – diese jedoch ständig im Einwirkungsbereich des Besitzers“, „Radfahren und Reiten im Wald ist nur auf festen Wegen gestattet“, „Autos und Motorräder müssen – ohne Genehmigung der Forstbehörde – stets draußen bleiben“ oder auch: „Lassen Sie keine Abfälle wie Papier oder Flaschen und Dosen im Wald zurück“.

Appelliert wird an die Waldnutzer auch, auf den Hauptwegen zu bleiben und so die oft scheuen Wildtiere nicht zu stören. Bei den Saarforstleuten oder dem im vergangenen Jahr neugebildeten Online-Forstamt können Bürger Beschwerden oder Anregungen vorbringen. Hoffnung macht dagegen der zuletzt weiße Winterwald auch als Waffe gegen den Klimatress: Das langsam versickernde Schneewasser könnte dieses Jahr dem Baumsterben durch Trockenheit etwas besser als sonst entgegenwirken, hieß es.