Wahlkampf geht eigentlich anders

Wahlkampf geht eigentlich anders

Wahlkampf! Wissen Sie noch, was das war? Plakate überall (okay, die wünscht man sich nicht zurück, egal welche Köpfe darauf zu sehen sind) und Schlagabtausch der politischen Matadore, Aufeinanderprallen unterschiedlicher Meinungen. In Merzig ist auch Wahlkampf, sollte er zumindest sein.

In gut einem Monat wird darüber entschieden, wer neuer Rathauschef werden soll. Was machen die Parteien? Sie sind auf Tauchstation, hat man den Eindruck. Der SPD-Kandidat wird öffentlich nicht wahrgenommen. Der Kandidat der Freien Wähler, der wohl auch die Unterstützung der Oppositionsparteien im Stadtrat hat, wird öffentlich nicht so richtig ernst genommen. Und der CDU-Kandidat ruht nicht und ist inzwischen in offizieller Mission - weil er noch Beigeordneter ist, und wohl schon mal üben darf - öfter im Amtsblatt abgebildet als der Amtsinhaber, dem man ja lange vorgeworfen hatte, zu oft in "Neues aus Merzig" mit Konterfei vertreten zu sein. Riecht also in Merzig vieles danach, als sei der Bär schon erlegt und das Fell verteilt. Würde man demnächst führende SPD-Politiker in Nacht-und-Nebel-Aktionen beim Plakate-Kleben für den CDU-Kandidaten sehen, man dürfte sich nicht wundern. Wahlkampf ist anders - und Demokratrie erst recht!

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