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Streit zwischen Edeka und Nestlé
Wagner-Pizzen werden bei Edeka allmählich rar

Wird Wagner-Pizza in Edeka-Märkten zur Mangelware?
Wird Wagner-Pizza in Edeka-Märkten zur Mangelware? FOTO: dpa / Oliver Dietze
Saarbrücken. Streit zwischen Supermarktkette und Nestlé spitzt sich zu. Einigung beider Handelsgiganten ist noch nicht in Sicht, Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Noch gibt es Produkte der Firma Pizza Wagner im Tiefkühlfach der Edeka-Märkte. Doch allmählich zeichnen sich Engpässe ab, was die Versorgung mit Waren aus dem saarländischen Stammhaus in Otzenhausen betrifft. So melden zwar Mitarbeiter unter anderem aus Geschäften in Nohfelden-Türkismühle, Freisen, Ottweiler, Homburg und Saarbrücken, dass Pizzen des Traditionsunternehmens vorrätig seien. Gleichzeitig verweisen Verkäufer darauf, dass einzelne Angebote des Sortiments sukzessive aus den Kühlregalen verschwinden. Die Ware geht aus.


So beispielsweise bei Edeka Chiarello in Saarlouis. „Wir haben noch Pizza Wagner, aber nicht mehr alle Sorten“, lässt eine Angestellte wissen. Zurzeit komme es zu „Lieferverzögerungen“, heißt es dazu. Beim Einkaufszentrum Haco in Wadern, Partner der Edeka-Gruppe, meldet ein Sprecher: „Auf jeden Fall gibt es noch Pizza Wagner.“ Aber wie sich der Lagerbestand entwickelt, bleibe abzuwarten. Ob sich die Lage in den nächsten Zeit entspannt, vermag zurzeit niemand der Befragten zu beantworten.

Hinter dem derzeitigen Lieferstau steht ein Handelsstreit zwischen den beiden Wirtschaftsgiganten. So verzichtet Edeka mit Sitz in Hamburg darauf, rund 160 Marken des Konzerns Nestlé zu ordern. Auslöser: Die genossenschaftlich organisierte Lebensmittelkette will bessere Einkaufskonditionen erzielen. Über den Verhandlungsstand gibt es zurzeit keine Details. Nestlé zeigt sich auf Anfrage recht zugeknöpft. Lediglich drückt ein Unternehmenssprecher sein Bedauern darüber aus, sollten Kunden zurzeit in ihrem Supermarkt keine Wagner-Pizza erhalten. „Wir hoffen, dass bald eine einvernehmliche Lösung für die Situation vorliegt“, lässt Nestlé-Sprecher Alexander Antonoff wissen, ohne allerdings konkrete Angaben über den Verhandlungsstand preiszugeben.



Neben Maggi-Würze gehört eben auch Pizza Wagner zu den vom Handelsstreit betroffenen Gütern. 2005 hatte die Schweizer Aktiengesellschaft zuerst 49 Prozent der Anteile an Pizza Wagner übernommen. 2012 zog sich die Gründerfamilie gänzlich aus dem Unternehmen Wagner zurück. Seit dem Jahr 2013 ist der Pizza-Produzent 100-prozentige Tochter von Nestlé Deutschland und hat bundesweit einen Marktanteil von 30 Prozent. Rund 1750 Menschen arbeiten in Nonnweiler für Pizza Wagner.