1. Saarland

Wählen ist wichtigste Möglichkeit an der Demokratie teilzunehmen

Wählen ist wichtigste Möglichkeit an der Demokratie teilzunehmen

Homburg. Für den gebürtigen Leipziger Ralf Kiefer hat Wählen eine ganz besondere Bedeutung. Und das ist kein Wunder, hat er doch als Mitglied der Leipziger Bürgerrechtsbewegung in der früheren DDR den Fall der Mauer und den Sieg der Demokratie über Unfreiheit und politische Bevormundung selbst erlebt. Damit einher ging auch die Erfahrung, wie das Instrument der Wahl missbraucht wurde

Homburg. Für den gebürtigen Leipziger Ralf Kiefer hat Wählen eine ganz besondere Bedeutung. Und das ist kein Wunder, hat er doch als Mitglied der Leipziger Bürgerrechtsbewegung in der früheren DDR den Fall der Mauer und den Sieg der Demokratie über Unfreiheit und politische Bevormundung selbst erlebt. Damit einher ging auch die Erfahrung, wie das Instrument der Wahl missbraucht wurde. "Wir mussten wählen" sagt er lapidar - und schließt da auch die Feststellung ein, eigentlich keine Wahl gehabt zu haben. "Aus meiner Geschichte ergibt sich deswegen automatisch, warum ich mein Wahlrecht wahrnehme: Es ist die wichtigste Möglichkeit die ich habe, um am Demokratieprozess teilzunehmen." An die Adresse derer, nicht wählen gehen, sendet er eine klare Botschaft. "Diese Bürger dürfen sich anschließend nicht beschweren, wenn die Entwicklungen nicht so eintreffen, wie sie es sich gewünscht haben. Denn sie haben ihre Chance auf Beteiligung verpasst."Für Kiefer, der seit zwölf Jahren in Homburg lebt, wäre ein höheres Maß an politischer Beteiligung der Bürger über die klassischen Wahlen hinaus "sehr wünschenswert. Schon auf der kommunalen Ebene sollten die Menschen mehr in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden."

Mit der klassischen Wahlwerbung in Form der üblichen Plakatierungswelle vor Wahlen kann Kiefer wenig anfangen. "Das kostet einen Haufen Geld und belastet unser Ökosystem zusätzlich." Seine Botschaft an die Parteien: "Weniger wäre da mehr." thw