Vorsicht, Guggel striiit fjuuu!

Diese Woche wieder mächtig in der Diskussion: Google Street View, sprich: Guggel striiit fjuuu. Heißt auf saarländisch, frei übersetzt: Mòòl in die Stròòße erinn gugge. Das soll nun auch passieren. Da fahren - wenn's nicht noch höhere Mächte verhindern - Kamerawagen durch Deutschlands Straßen, und später kann man im Internet all diese Straßen aufrufen und sich genüsslich umschauen

Diese Woche wieder mächtig in der Diskussion: Google Street View, sprich: Guggel striiit fjuuu. Heißt auf saarländisch, frei übersetzt: Mòòl in die Stròòße erinn gugge. Das soll nun auch passieren. Da fahren - wenn's nicht noch höhere Mächte verhindern - Kamerawagen durch Deutschlands Straßen, und später kann man im Internet all diese Straßen aufrufen und sich genüsslich umschauen. Gerade so, als stünde man da leibhaftig. Au weia, dachte ich, das kann nicht gut gehen. Es soll ja Menschen geben, die gehen erst dann an den Kaffeetisch, wenn sie die Morgentoilette komplett erledigt haben. Eben dann, wenn das Äußere tadellos geschniegelt und gebügelt ist. Zu denen gehöre ich nicht. Erst sind Kaffee, Radio und die Zeitung dran und dann das Bad. Weil die tagesaktuelle Neugierde immer den Sieg davonträgt. Und so ist der Gang zum Briefkasten vor der Tür auch immer ein Wagnis. "Verstruwwelt", mit Pantoffeln und häuslichem Schlabber-Kostüm öffne ich allmorgendlich die Haustür, schaue blitzschnell nach rechts und nach links, ob mich auch wirklich keiner sieht, mache ruck, zuck ein, zwei nicht sehr elegante Ausfallschritte, öffne den amerikanischen Briefkasten im Vorgarten und bin auch ganz schnell wieder verschwunden. Meistens geht das gut. Ich wette aber, dass mal just in dem Moment, da der erste Ausfallschritt fällig ist, das kamerabewehrte Google-Fahrzeug vorbeikommt. Und dann sieht später die ganze Welt, dass da jemand sehr verstruwwelt, noch kaum wach und unmöglich gekleidet vor der Haustür eine seltsame Figur abgibt. Solche Szenen kann man auch ganz nah heranzoomen, so dass kein Detail verloren geht. Tolle Aussichten. Doch wenn wir uns erst mal dran gewöhnt haben, dass wir als Schaustück herhalten müssen, kommt gewiss der nächste Schritt: Google Indoor View: Mal schauen, wie's bei den Leuten zu Hause aussieht. Bei solchen Perspektiven empfiehlt sich: Immer schön die Bude wienern!