1. Saarland

Vorfreude und Abschiedsschmerz

Vorfreude und Abschiedsschmerz

Saarbrücken. Für Clara Hock und Nina Bernecker beginnt nach den Sommerferien ein neuer Lebensabschnitt: Die Grundschulzeit ist vorbei, der Abschied von den alten Schulfreunden gefeiert. In fünf Wochen wird Nina auf das Ludwigsgymnasium gehen, ihre Freundin Clara aufs Otto-Hahn-Gymnasium

Saarbrücken. Für Clara Hock und Nina Bernecker beginnt nach den Sommerferien ein neuer Lebensabschnitt: Die Grundschulzeit ist vorbei, der Abschied von den alten Schulfreunden gefeiert. In fünf Wochen wird Nina auf das Ludwigsgymnasium gehen, ihre Freundin Clara aufs Otto-Hahn-Gymnasium. Die beiden Mädchen sehen der großen Veränderung mit gemischten Gefühlen entgegen: Nina freut sich darauf, neue Freunde zu finden, Clara ist gespannt auf die neuen Unterrichtsfächer wie Englisch und Biologie. Auf der anderen Seite trauern die Freundinnen auch ihrer Grundschule Am Ordensgut nach. Besonders das "Streichern", wie die Teilnahme am Musikschulprojekt "Die kleinen Streicher" an der Schule genannt wird, wird Nina vermissen.Der Vorfreude und dem Abschiedsschmerz angesichts des bevorstehenden Schulwechsels haben die beiden Mädchen in einer zweistimmigen Komposition zum Ausdruck gebracht, der sie den Titel "Leiter ins Ungewisse" gaben: die eine Stimme spielte Clara auf dem Sopransaxophon, die andere Nina auf der Sopranblockflöte. "Als mir die beiden ihre Komposition vorgespielt haben, dachte ich, dass das Lied toll zu dem Schreibwettbewerb "Wortsegel" passt, in dem es in diesem Jahr darum ging, sich kreativ mit dem Gedicht ,Das Ende vom Lied' von Mascha Kaléko auseinanderzusetzen", erzählt Daniela Gasper, die ehemalige Musiklehrerin von Nina und Clara. Auf ihre Anregung hin verfassten die Schülerinnen für den Wettbewerb ein Gedicht zu ihrem Lied, in dem sie an das Kaléko-Zitat "Wie unbarmherzig ist das Wort: gewesen" anknüpften. "Dann haben wir das Gedicht auf unsere Situation umgeschrieben und ihm denselben Namen gegeben wie unserem Lied", erzählen Clara und Nina.

Die Jury des Wortsegel-Wettbewerbs, der in diesem Jahr zum sechsten Mal von der Gemeinde Tholey ausgeschrieben worden war, zeigte sich begeistert von der poetischen Kombination aus Musik und Text und würdigten das Gesamtkunstwerk von Nina und Clara mit einem ersten Preis in ihrer Altersgruppe. Bei der Preisverleihung im Tholeyer Rathaus trugen die beiden sowohl ihr Gedicht als auch das selbst komponierte Lied vor. Daniela Gasper freut sich über den Erfolg ihrer ehemaligen Schülerinnen: "Der Schreibwettbewerb ist eine gute Sache, weil er Kinder dazu anregt, sich kreativ zu betätigen. Im schulischen Bereich kommt das leider oft viel zu kurz."