1. Saarland

Vorbildlicher Dienst am Nächsten

Vorbildlicher Dienst am Nächsten

Gersheim

Gersheim. Für Annemarie Keller, Martina Welsch und Luise Schmitz aus Bliesdalheim, Gisela Kempf aus Herbitzheim, Christiane Müller aus Peppenkum, Birgit Ries und Karin Schwarz aus Walsheim sowie Helena Koslowsky aus Niedergailbach war es ein Tag der öffentlichen Anerkennung für ihren außergewöhnlichen Einsatz, den sie über Jahre hinweg meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit erbracht hatten oder noch erbringen. Die acht Frauen wurden am Mittwochnachmittag mit der saarländischen Pflegemedaille ausgezeichnet. Diese Medaillen vergibt die Landesregierung seit einigen Jahren an Menschen, die über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren andere Menschen, zumeist Familienangehörige, im häuslichen Bereich ehrenamtlich pflegen und betreuen. Üblich sind kreisweite Veranstaltungen. Aus Gersheim waren jedoch auf Vorschlag der Ortsräte so viele Meldungen eingegangen, dass sich das Ministerium zu einer lokalen Veranstaltung im Kulturhaus entschied. Sozialministerin Annegret Kramp-Karrenbauer umriss vor der Ehrung die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Obwohl der Großteil der Pflege im Saarland nach wie vor in der Familie geleistet werde, seien in den letzten Jahren viele Anstrengungen unternommen worden, die Qualität der Alteneinrichtungen im Land zu steigern. Häusliche Pflege sei oft auch nur mit professioneller Hilfe möglich. Auch in diesem Bereich sei, etwa durch die Einrichtung von Pflegestützpunkten, viel verbessert worden. Häusliche Pflege wichtigDennoch bleibe die häusliche Pflege ungemein wichtig, nicht zuletzt, weil sie von den meisten Pflegebedürftigen gewünscht werde. Bei den acht zu Ehrenden beschrieb die Ministerin "außerordentliche Schicksale, aber auch klassische Fälle." In den meisten Fällen pflegten die Gersheimer Frauen ihre Mütter, Väter oder Schwiegereltern, die von Schlaganfällen, Demenz- oder Alzheimer-Erkrankungen betroffen sind oder waren. Die Walsheimerin Birgit Ries kümmerte sich aber auch zwei Jahre um eine Nachbarin, bevor Mutter und dann auch die Schwiegermutter von Schlaganfällen getroffen wurden. Die Peppenkumerin Christina Müller betreut ihre von Geburt an schwerbehinderte Tochter Lena (12). Alle Frauen erhielten neben der Medaille eine Urkunde und ein Präsent des Saarpfalz-Kreises. Die Ehrung für die wegen eines Trauerfalles verhinderte Rubenheimerin Maria Wagner wird von Bürgermeister Alexander Rubeck nachgeholt.