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Von USB-Stick bis Krippenfigur

Von USB-Stick bis Krippenfigur

Den spannenden Titel „Die Zehn“ trägt die neue Sonderausstellung im Keramikmuseum Mettlach, die kürzlich mit einer feierlichen Vernissage eröffnet wurde. Zu sehen sind Objekte in zehn völlig unterschiedlichen Stilen von zehn unterschiedlichen Frauen. Die Ausstellung läuft bis 15. September.

Zehn Frauen, zehn Geschichten, zehn Stile: Die Sonderausstellung im Keramikmuseum Mettlach ist anders, als man es von vergangenen Ausstellungen gewohnt ist. Seltsame kleine Kugelwesen, Krippenfiguren, USB-Sticks, wohlgeformte Frauenfiguren - was ist dabei nur das verbindende Element? Es sind die Frauen, die hinter den Keramiken stecken. Denn gezeigt werden die Abschlussarbeiten der Absolventinnen der Staatlichen Fachschulen für Keramik in Höhr-Grenzhausen aus dem Jahr 2012. Zwischen den Fachschulen und dem Unternehmen Villeroy & Boch besteht seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit. Etliche Mitarbeiter des Keramikherstellers haben dort ihr Studium absolviert. Die zehn Absolventinnen, die ihre Arbeiten bis 15. September in Mettlach zeigen, haben ein nebenberufliches Studium in Höhr-Grenzhausen mit Erfolg abgeschlossen. Ihre Ausbildungsinhalte waren künstlerische Gestaltung und Ausdruck, Handwerk sowie Technik. Sie mussten sich mit unterschiedlichen Ideen und Konzepten kreativ und auf hohem handwerklichem Niveau auseinandersetzen. Was am Ende daraus geworden ist, ist ein bisschen auch ein Blick in die Menschen hinein, die eine große Bandbreite an Arbeiten in Mettlach zeigen. Zur Umsetzung nutzten die Absolventinnen unterschiedliche Keramikmassen, Glasuren und Naturmaterialien.

Für die Leiterin des Keramikmuseums, Ester Schneider, war schnell klar, dass die Abschlussarbeiten ein guter Stoff für eine Sonderausstellung in Mettlach sein würden. Sie verriet während der Vernissage: "Ich hatte selbst das Vergnügen, an Kursen im Rahmen von Projektwochen an der Fachhochschule in Höhr-Grenzhausen teilzunehmen. Ich lernte die zehn Damen und ihre Projekte kennen, und wenn Sie sich die Exponate betrachten, werden Sie verstehen, dass ich mehr als angetan war von der Atelieratmosphäre, dem Ideenreichtum, der keramischen Vielfalt, der Kreativität und den handwerklich perfekten Entstehungsprozessen."

Für die zehn Frauen, die ab sofort ihre Arbeiten in der Ausstellung präsentieren, war es natürlich spannend, die ersten Reaktionen der Besucher auf ihre Arbeiten zu erleben. Eine der Besucherinnen war vorher beeindruckt von der Kreativität und Umsetzung der Aufgaben: Barbara Kaas war als Vertreterin der Staatlichen Fachschulen in Höhr-Grenzhausen bei der Vernissage in Mettlach dabei.

Sie ist Dozentin unter anderem für Gestaltung und Realisation keramischer Gefäßformen, Kunstgeschichte sowie Kreativitätstheorie und ist als Leiterin der Gefäßwerkstatt auch die Ausbilderin "Der Zehn". Sie betonte, dass man die Arbeiten der Frauen als rein subjektive Gestaltung betrachten solle, die zu einem Dialog einladen. Dass sie zum täglichen Gebrauch zu nutzen sind, sei bei diesen Arbeiten nicht gewollt gewesen. "Die Absolventinnen haben ihr Können mit diesen Arbeiten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sie zeigen die Vielfältigkeit der Möglichkeiten durch einen sensiblen und überlegten Umgang mit der Keramik. Allerdings bedarf es auf dem Weg zu einem solchen Ergebnis eines großen Entwicklungs- und Reflektionsvermögens sowie den Mut eigene Ideen zu verwirklichen", betonte Kaas.

 Die Zehn mit Ester Schneider (vorne Mitte) in Mettlach.
Die Zehn mit Ester Schneider (vorne Mitte) in Mettlach.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Ausstellung im Keramikmuseum Mettlach ist täglich bis zum 15. September zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr, sowie Samstag und Sonntag von 9.30 bis 18 Uhr.Die Zehn: Annette Brauer (Ma Topis), Annette Büttner (Kombinationen aus gedrehten Elementen), Agnes Dürrschnabel Torre (Echos), Elke Freiberg (Spiel Mahl), Regina Fleischmann (USB Sticks aus Porzellan), Kathrin Godding (Grünzeug), Verena Marks (Zwischen Raum und Freiraum), Gabi Schaly (Zwiegespräch), Jutta Hedwig Schöffl (Frauenzimmer) und Schwester Caterina Kerstin Trostheide OSB (Weihnachtskrippe). syr