1. Saarland

Von Reisepannen und Taxi-Abzocke

Von Reisepannen und Taxi-Abzocke

Im Saarland habt Ihr ja schon des öfteren gespielt. An was erinnerst Du dich spontan?Bosse: Das letzte Mal war ich in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen. Da habe ich direkt am Zoo gewohnt und bin den ganzen Tag dort gewesen. Ich war auf der Tour körperlich ziemlich fertig. Da war der Zootag schön. Und das Konzert überraschenderweise voll

Im Saarland habt Ihr ja schon des öfteren gespielt. An was erinnerst Du dich spontan?Bosse: Das letzte Mal war ich in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen. Da habe ich direkt am Zoo gewohnt und bin den ganzen Tag dort gewesen. Ich war auf der Tour körperlich ziemlich fertig. Da war der Zootag schön. Und das Konzert überraschenderweise voll. Saarbrücken konnten wir bisher nie so richtig einschätzen. Wir haben hier vor acht Leuten im Kleinen Klub der Garage angefangen. Auch als ich später noch mal hier gewesen, war es eigentlich nie so voll. Aber beim nächsten Mal wollen wir in der Garage die Hütte voll machen. Ich finde die Ecke hier - und das ist nicht negativ gemeint - nett und gemütlich. Dein Album heißt "Taxi". Hast Du in dem Verkehrsmittel mal eine Anekdote erlebt?Bosse: Ich habe mal eine Zeit lang in der Türkei gewohnt und das gemacht, was man dort eigentlich grundsätzlich nicht machen sollte: Taxi fahren, wenn man kein Türkisch kann. Die Fahrer sind knallharte Geschäftsmänner und veräppeln dich jedes Mal umgerechnet um 20 Euro. Als ich das erste Mal in die Türkei geflogen bin, um meine Familie zu besuchen, musste ich über Izmir fahren. Um vom Flughafen zum Busbahnhof zu kommen, musst du entweder einen Bus nehmen, der etwa 30 Cent kostet, oder eben ein Taxi. Für meine allererste Fahrt habe ich dort 60 Euro bezahlt. Ansonsten habe ich in Hamburg und Berlin eigentlich immer den selben Taxifahrer. Das mag ich ganz gerne. Ich fahre aber gar nicht so oft Taxi Passieren, wenn man so oft wie Ihr auf Tour seid, nicht auch einige Reisepannen?Bosse: Wir haben sehr viele Reisepannen, denn wir haben einen Sprinter, der mittlerweile 13 oder 14 Jahre alt ist. Der kann so ein paar Sachen nicht ab und findet zum Beispiel Nässe blöd. Dann kann man den ADAC schon anrufen, bevor man am Auto ist, weil er auf jeden Fall Starthilfe braucht. Letztens bin ich zudem auf der A 7 gefahren und hatte Hunger. Ich war, glaube ich, seit fünf Jahren nicht mehr bei "McDonald's", weil ich das Essen nicht mag. Aber da hatte ich gerade Bock auf einen miesen Burger, bin dorthin gefahren und habe mich auf den Parkplatz gestellt. In dem Moment, als ich ausgestiegen bin, ist der vordere Reifen geplatzt. Wäre das auf der Straße passiert, wäre das sicher nicht so gut gewesen. Da hat mich "McDonald's" zum ersten Mal gerettet Du sagst, dass Du mit Deinem Album "Taxi" angekommen bist. Wie ist das zu verstehen?Bosse: Das war so gemeint, dass wir in unserer Konstellation als Band irgendwann nicht mehr so richtig weiterwussten, wo die Reise hingehen und wie unser Sound sein soll. Textlich war das dagegen nie ein Problem. Bei dem aktuellen Album war es für mich zum ersten Mal so, dass ich musikalisch sehr zufrieden war. Aber ankommen tut man natürlich nie Das aktuelle Album hast Du in Eigenregie produziert, den früheren Plattenvertrag aufgegeben. Käme für dich ein neuer Deal bei einem Musikkonzern noch in Frage? Bosse: Weil es funktioniert hat, haben die Riesen-Konzerne jetzt natürlich wieder Interesse an Bosse gezeigt. Am Ende ist das aber immer eine Geld- und vor allem eine personelle Frage. Ich habe jetzt ein Team mit Leuten zusammen, von denen ich weiß, dass ich mich auf sie verlassen kann. Das sind alles Freunde von mir, die Tag und Nacht dafür arbeiten. Im Moment könnte ich mir nur ganz schwer vorstellen, in einem Verein zu sein, in dem noch 350 weitere Bands sind, von denen 320 größer und stärker sind. Das bringt ganz viele Schwierigkeiten mit sich. Aber wir müssen mal gucken. Es gibt da verschiedene Möglichkeiten, wie man weitermachen kann. . .