1. Saarland

Von letzten Ölungen und Wunderheilungen

Von letzten Ölungen und Wunderheilungen

Wir fordern eine Regeländerung: Liegt ein Fußballspieler am Boden, wird behandelt, vom Platz geführt und will dann wieder ins Spiel zurückkehren, dann muss er so lange draußen an der Außenlinie auf seinen Wiedereinsatz warten, wie seine „Verletzungspause“ gedauert hat. Warum wir das fordern? Am vergangenen Samstag, beim Oberligaspiel zwischen den Sportfreunden Köllerbach und dem SC Halberg Brebach, verlor der Brebacher Maximilian Demmer in der 25.

Minute am Köllerbacher Strafraum den Ball, ging zu Boden und blieb offenbar schwerst verletzt liegen. Warum, wusste kein Mensch. Köllerbach startete einen schnellen Gegenangriff. Sofort rief ganz Brebach: "Ball aus", und der Köllerbacher Mickael Pernet, der frei am Brebacher Strafraum in Ballbesitz kam, schoss die Kugel auch brav ins Seitenaus.

Jetzt rannte alles zu Demmer. In einer Spieler- und Betreuertraube konnten wir nicht erkennen, was genau geschah, aber wir vermuten Not-Taufe und letzte Ölung. Offenbar wurde gleichzeitig eine unglaubliche medizinische Wunderleistung vollbracht, denn Demmer stand wieder auf, humpelte von Betreuern gestützt vom Platz, kehrte putzmunter wieder zurück und spielte das ganze Spiel durch.

Insgesamt - vom Sturz bis zum Platzverlassen - dauerte der Vorgang fünf Minuten. Demmer durfte aber schon nach fünf Sekunden Wartezeit wieder mitspielen. Das muss geändert werden. Wetten, dass die Schauspieler und Zeitschinder dann nicht mehr bei jeder leichten Berührung "Toter Mann" spielen und die Spielunterbrechungen deutlich zurück gehen?