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Von der Saar an die Loire

Von der Saar an die Loire

Nantes ist viel größer als Saarbrücken und weit entfernt. Passen die Städte zueinander?Nadja Altpeter: Die Städte sind schon sehr verschieden, vor allem in kultureller, struktureller und geografischer Hinsicht

Nantes ist viel größer als Saarbrücken und weit entfernt. Passen die Städte zueinander?Nadja Altpeter: Die Städte sind schon sehr verschieden, vor allem in kultureller, struktureller und geografischer Hinsicht. Gerade deshalb können sie sich ergänzen und voneinander profitieren: Technologie und fairer Handel in Saarbrücken, ein breit gestreutes Kulturangebot und gut organisierte Stadtplanung in Nantes.

Die rund 800 Kilometer, die Nantes und Saarbrücken trennen, machen gerade den Reiz der Partnerschaft aus. Bei einer Reise in die Partnerstadt kann man eine völlig andere Umgebung und andere Einflüsse entdecken.

Wer sind die Hauptakteure der Städtepartnerschaft? Und auf welche Aktionsfelder erstrecken sich die von ihnen initiierten Austausche?

Altpeter: Auf französischer Seite sind die Hauptakteure das Centre Culturel Franco-Allemand (CCFA), die Ville de Nantes sowie der Stadtverband Nantes Métropole. Unsere wichtigsten Partner im Saarland sind das Frankreichzentrum der Uni und die Landeshauptstadt. 2008 wurde das Jeune-Ambassadeur-Programm durch eine Kooperation des CCFA, der Ville de Nantes und des Frankreichzentrums ins Leben gerufen. Austausche gibt es vor allem in den Bereichen Schule und Jugend sowie in Kunst und Kultur. Außerdem gibt es Partnerschaften zwischen vielen Vereinen in Saarbrücken und Nantes, die eigene Treffen organisieren.

Wie wird die Städtepartnerschaft lebendig gehalten?

Altpeter: Jedes Jahr besuchen Delegationen aus Nantes Saarbrücken und umgekehrt, um Projekte zu besprechen und Kontakte zu pflegen. Das CCFA und die Ville de Nantes reisen außerdem jährlich mit einer Gruppe junger Nanteser zum Festival Perspectives nach Saarbrücken. Im April gibt es den 24-Stunden-Foto-Marathon, und schließlich gibt es alle zwei Jahre die deutsch-französische Sommeruni Saarbrücken-Nantes. Die Sommeruni widmet sich vom 23. bis 31. August unter dem Titel "H2O: Wasser, Leben, Erleben - eau, source, ressource" der nachhaltigen Entwicklung.

Sie besuchten im Mai mit fünf jungen Erwachsenen aus Nantes das Festival Perspectives in Saarbrücken. Wer waren die Mitreisenden. Wie gefielen ihnen das Festival und die Stadt?

Altpeter: Die Teilnehmer, sowohl Studenten als auch Berufstätige, waren 22 bis 25 Jahre alt. Die Nanteser waren begeistert von Stadt und Festival, die Stimmung war klasse.

Sie vermitteln Praktika für junge Nanteser in Saarbrücken, kümmern sich um Projekte und vermitteln die Kultur Ihrer Heimat. Wie sieht das aus?

Altpeter: Das geschieht schon durch meine Präsenz hier, schließlich bin ich Saarländerin. Ich bin ständig in Kontakt mit jungen Leuten durch das Praktikumsbüro und die wöchentlichen Ateliers du jeudi. Die Ville de Nantes und der Nanteser Jugendrat organisieren jeden Donnerstagabend solche Gesprächsrunden in der Kulturbar "Lieu Unique", in denen sich Vereine vorstellen, Projekte und Events präsentiert werden. Außerdem veranstalten wir mit dem CCFA kulinarische Abende mit deutschen Spezialitäten, Filmen, Slam-Treffen, Lektüre und so weiter.

Welche weiteren Ereignisse stehen dieses Jahr noch an?

Altpeter: Derzeit bereite ich intensiv die fünfte deutsch-französische Sommeruni Saarbrücken-Nantes vor, die vom 23. bis 31. August in beiden Städten stattfindet. Ende Juni besuchte uns eine Jugendgruppe des Saarbrücker "Café Exodus" zur Premiere eines von der Stadt veranstalteten Jugendevents. Für September stehen Projekte, Workshops und Austausche im Bereich Fotografie an, im Oktober soll es mit deutsch-französischem Theater weitergehen.

Zu welchen Sommerevents empfiehlt sich eine Reise in die Stadt von Jules Verne besonders?

Altpeter: Im Sommer lohnt sich eine Reise nach Nantes immer, um die Terrassen zu genießen, die Loire-Schlösser zu besichtigen, ans Meer zu fahren. Ich fiebere dem Jazzfestival "Les Rendez-vous de l'Erdre" entgegen, das vom 1. bis 4. September stattfindet.