1. Saarland

Von der Liebe zu Orangen und Schwänen

Von der Liebe zu Orangen und Schwänen

St. Wendel. Musik aus der Feder deutscher Komponisten der Gegenwart hat das Sinfonische Blasorchester des Musikkreises St. Wendel am vergangenen Sonntag im Saalbau präsentiert. Zum bereits fünften Mal gaben die Musiker zum Abschluss ihrer zyklischen Arbeitsphase ein Galakonzert und stellten es in diesem Jahr unter das Motto "Made in Germany"

St. Wendel. Musik aus der Feder deutscher Komponisten der Gegenwart hat das Sinfonische Blasorchester des Musikkreises St. Wendel am vergangenen Sonntag im Saalbau präsentiert. Zum bereits fünften Mal gaben die Musiker zum Abschluss ihrer zyklischen Arbeitsphase ein Galakonzert und stellten es in diesem Jahr unter das Motto "Made in Germany".Den ersten Teil des Konzertes bestritt das Orchester unter Leitung seines Dirigenten Stefan Barth und spielte zwei Werke der renommierten Komponisten Frank Zabel und Rolf Rudin, die beide vor allem in der sinfonischen Blasmusik große Anerkennung genießen. Eröffnet wurde mit Zabels "Sinfonischen Variationen", das einen Marsch aus "Die Liebe zu drei Orangen" von Sergei Prokofieff in zehn Charaktervariationen verarbeitet. Dabei wurde den Musikern einiges abverlangt, denn die Charaktere des Stückes reichen von ausdrucksvoll und sentimental bis hin zu virtuos und witzig. Im Anschluss an Zabels absoluter Komposition folgte eine Programmmusik aus der Feder Rudins. "Der Traum des Oenghus" bezieht sich auf die irische Sage des Prinzen Oenghus, der eines Nachts ein flötespielendes Mädchen trifft und sich in es verliebt. Leider aber tritt das Mädchen nur einmal im Jahr in Menschengestalt in Erscheinung, ansonsten lebt es als Schwan. Doch Oenghus gelingt es trotzdem, seine Geliebte aufzufinden und selbst zum Schwan zu werden, um ewig mit ihr vereint zu sein. All dies setzte das Sinfonische Blasorchester klanglich um und gab gleichzeitig noch eine Premiere, denn noch nie zuvor, so Stefan Barth, wurde der zweite Part von "Der Traum des Oenghus" im Saarland vor Publikum gespielt.

Für den zweiten Teil des Konzertes hatte das Orchester einen Gastdirigenten engagieren können, der die Musiker durch ihr abwechslungsreiches Programm führte. Thiemo Kraas dirigierte drei seiner eigenen Kompositionen. Den Anfang machte die viersätzige Suite "Fiskinatura". Anlässlich des 1150-jährigen Dorfjubiläums des Ortes Fischen hatte der heute 28-jährige Musiker sie geschrieben und dabei vor allem die Vieldeutigkeit des Begriffes "Natur" in ihren zentralen Mittelpunkt gestellt. Vom feierlich-festlichen Eröffnungssatz bis hin zum rasanten Final meisterte das Blasorchester das Werk Kraas' bravourös. Danach folgte "Das Hohelied der Liebe", das auf dem evangelischen Kirchenlied "Danke für diesen guten Morgen" basiert, aber auch eine starke Anlehnung an die "Pavane op. 50" von Gabriel Fauré aufweist. Wie gut das Orchester mit unterschiedlichsten Stilrichtungen zurecht kommt, bewies es dann im Anschluss mit Kraas' Werk "Arcus", das sowohl Stilmittel der Musik der Romantik enthält, als auch Einflüsse aus Jazz oder Funk.

Lediglich einen kleinen Stilbruch hatte das Konzert dann mit dem Komponisten Pavel Stanek zu verzeichnen, der zu den bedeutendsten Komponisten der tschechischen Schule zählt. Durch seine breit gefächerten Tätigkeiten als Komponist und Juror hat Stanek aber auch eine starke Bindung zu Deutschland, weshalb es dann letztlich doch gar nicht so falsch war, ihn in ein Konzert aufzunehmen. Von ihm spielte das Sinfonische Blasorchester "Waiting for the sun", ein Stück voller Dramatik. sick