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Von der Drehleiter in die Saarbahn Brand macht Haus in Dudweiler unbewohnbar

Von der Drehleiter in die Saarbahn Brand macht Haus in Dudweiler unbewohnbar

Saarbrücken. Mainzer Straße, Mittwochabend. Rauch kriecht aus einem Keller in alle Etagen eines fünfgeschossigen Mehrfamilienhauses. Gegen 22.30 Uhr entdeckt eine Bewohnerin den Qualm. Sie alarmiert die übrigen Menschen im Haus und ruft die Feuerwehr an. Als die Retter am Einsatzort ankommen, quellen ihnen bereits dichte stinkende Wolken entgegen

Saarbrücken. Mainzer Straße, Mittwochabend. Rauch kriecht aus einem Keller in alle Etagen eines fünfgeschossigen Mehrfamilienhauses. Gegen 22.30 Uhr entdeckt eine Bewohnerin den Qualm. Sie alarmiert die übrigen Menschen im Haus und ruft die Feuerwehr an. Als die Retter am Einsatzort ankommen, quellen ihnen bereits dichte stinkende Wolken entgegen. Sie wabern aus den Kellerräumen, dem Treppenhaus, den Kellerfenstern. Löschtrupps arbeiteten sich unter schweren Atemschutzgeräten in den Keller vor, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen.

Weitere Wehrleute bringen einige Bewohner über die Drehleiter in Sicherheit. Auch ein Rollstuhlfahrer und seine Frau kommen auf diesem Weg ins Freie. Währenddessen kämpfen sich Feuerwehrleute im Gebäude durch eine höllische Hitze zum Brandherd vor. Ein Löschtrupp der Berufswehr kommt gerade dort an, als sich in seiner Nähe Sauerstoff und andere Gase so weit erhitzt haben, dass sie explodieren. Das nennen Feuerwehrleute Durchzündung. Und die ist gefürchtet. "Nur ihrer Erfahrung und der guten Ausbildung verdanken die Berufsfeuerwehrleute, dass niemand verletzt wurde", stellt Feuerwehrsprecher Michael Theobald fest. "Den Rettern gelang es trotz der widrigen Umstände, das Feuer schnell unter Kontrolle zu bringen." Die 16 Hausbewohner, darunter auch mehrere Kinder, kommen mit dem Schrecken davon.

Aber sie verbringen den späten Mittwochabend zunächst an einem ungewohnten Ort. Der Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr und eine Spezialeinheit des Malteser Hilfsdienstes Saarbrücken betreuen sie in einem eigens bereitgestellten Saarbahnzug. Danach kommen die Familien vorübergehend bei Bekannten und Verwandten sowie in einer Betreuungseinrichtung unter. Das Feuer hat die Strom-, Wasser- und Gasleitungen ihres Hauses so in Mitleidenschaft gezogen, dass es vorübergehend nicht bewohnbar ist. Die Bewohner konnten nach Angaben der Stadt ihre Wohnungen am Donnerstagnachmittag wieder beziehen.

Wie sich herausstellt, ist das Feuer in einer gewerblichen Sauna ausgebrochen. Spezialisten der Kriminalpolizei machen sich auf die Suche nach der Brandursache. "Das Feuer ist offenbar in der finnischen Sauna ausgebrochen, und zwar in der Verkabelung", sagt Kriposprecher Georg Himbert. Es gebe keinen Hinweis auf Brandstiftung. Die Polizei schätze den Schaden etwa 250 000 Euro.

Rund 70 Retter waren im Großeinsatz. Beteiligt waren die beiden Löschzüge der Berufsfeuerwehr, die Löschbezirke St. Johann und Malstatt-Burbach der Freiwilligen Feuerwehr, der Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr, der Leitende Notarzt, der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes sowie die Betreuungseinheit des Malteser Hilfsdienstes Saarbrücken. Damit die Feuerwehr während eines so großen Einsatzes auf weitere Unglücke reagieren kann, werden immer nach der "Alarm- und Ausrückeordnung" weitere Löschbezirke in Bereitschaft versetzt. Hier betraf das die Löschbezirke Alt-Saarbrücken, St. Arnual und Dudweiler der Freiwilligen Feuerwehr. red/ole

Dudweiler. Bei einem Brand in einem Einfamilienhaus ist am frühen Donnerstagmorgen in der Dudweiler Rehgrabenstraße der Dachstuhl zerstört worden. Das teilte am Donnerstag die Saarbrücker Berufsfeuerwehr (BF) mit. Ein Zusteller der Saarbrücker Zeitung hatte den Brand bemerkt und um 5.18 Uhr die Feuerwehr alarmiert.

Die Freiwillige Feuerwehr Dudweiler und der Löschzug 1 der Berufsfeuerwehr trafen schon Minuten später ein. Der ganze Dachstuhl stand schon in Flammen. Ein älteres Ehepaar und dessen 41-jähriger Sohn hatten sich schon nach draußen gerettet. Von zwei Drehleitern aus begann der Kampf gegen die Flammen. In der Kälte erstarrte das Löschwasser schnell um die Einsatzstelle zu einer Eisschicht.

Ein Streudienst kam, um Schlimmeres zu verhüten. Das Gebäude ist nach Angaben der Berufsfeuerwehr unbewohnbar. Die Polizei schätzt den Schaden auf 250 000 Euro. Die Brandursache ist noch unklar. Brandstiftung schließen die Ermittler aber aus. Die Fischbachstraße war wegen des Einsatzes voll gesperrt. red/mh

In dem Saarbahnzug kümmerten sich Spezialisten der Berufsfeuerwehr und des Malteser Hilfsdienstes Saarbrücken um die Evakuierten. Die konnten sich dort erst einmal aufwärmen.