1. Saarland

Von der Blies in den Bürgerkrieg

Von der Blies in den Bürgerkrieg

St. Wendel. 150 Jahre sind vergangen, seit zwischen den amerikanischen Nord- und Südstaaten ein Bürgerkrieg ausgebrochen war. Hintergrund waren die unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnisse und die Sklavenfrage. Zwischen 1861 und 1865 verloren bei den Kämpfen mehr als 620 000 Menschen ihr Leben, unter ihnen viele Deutsche und auch Bürger aus dem St

St. Wendel. 150 Jahre sind vergangen, seit zwischen den amerikanischen Nord- und Südstaaten ein Bürgerkrieg ausgebrochen war. Hintergrund waren die unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnisse und die Sklavenfrage. Zwischen 1861 und 1865 verloren bei den Kämpfen mehr als 620 000 Menschen ihr Leben, unter ihnen viele Deutsche und auch Bürger aus dem St. Wendeler Land, die dorthin ausgewandert waren. Der deutsch-amerikanische Freundeskreis (DAF) im Kreis St. Wendel wollte in Zusammenarbeit mit dem deutsch-amerikanischen Institut Saarbrücken und dem DAF des Saar-Pfalz-Kreises mit dem Vortrag "Von der Blies in den Bürgerkrieg" den Zuhörern die Geschichte des Bürgerkrieges näherbringen. Das gelang nicht nur mit Worten, sondern auch mit Bildmaterial und mit Requisiten aus dieser Zeit.Klaus Friedrich vom DAF Saar-Pfalz zeichnete ein lebendiges Hintergrundbild der Ereignisse von damals. Er konnte sozusagen aus erster Hand erzählen, weil er in Henrico County den dortigen Bürgerkriegsspuren nachgegangen ist. Friedrich erzählte von der Wahl des 16. Präsidenten der USA, Abraham Lincoln, die zur Folge hatte, dass die Südstaaten unter Präsident Jefferson Davis wegen verschiedener Differenzen zwischen den Präsidenten aus der Union austraten. Der Konflikt sei programmiert gewesen. "Am 12. April 1861 fiel der erste Schuss", berichtete der Referent. "Es folgten vier schreckliche Kriegsjahre mit Hunderttausenden von Toten."

Auch der St. Wendeler Bürger Nicola Marschall gehört in die Kriegsgeschichte. 1849 emigrierte der Tabakhändler und Maler in die Südstaaten und war später einer von 200 000 gebürtigen Deutschen Kriegsteilnehmern.

Der szenische Vortrag von Peter Weiser und René Schwarz befasste sich mit der Sieben-Tage-Schlacht 1862. General Robert E. Lee führte im Osten von Henrico Countys einen Kampf gegen die zur Eroberung Richmonds anrückenden Uniontruppen. Dabei stellte Peter Weiser einen Sergeanten des Unionsregiments 14. Brooklyn dar, während René Schwarz über die Erlebnisse eines konföderierten Soldaten von General Lee im Süden berichtete. Beide waren in den Uniformen von damals gekleidet. Die graue Uniform von René Schwarz geht übrigens auf eine Idee von Nicola Marschall zurück. Stellwände mit Bildern, Dokumenten und Landkarten verdeutlichten das Bürgerkriegsgeschehen. Auch Waffen und ein Tornister von damals konnten von den Besuchern begutachtet werden. In einem kleinen Korb lagen "Hard Tacks", eine Art Cracker aus Mehl, Wasser, Salz und Butter. Sie waren über Monate haltbar und bedeuteten für die Soldaten damals eine eiserne Ration. Helmut Rauber, der Vorsitzende des DAF im Kreis St. Wendel, sagte, dass unter den deutschen Auswanderern, die in Amerika ihr Leben verloren hätten, auch mehrere aus dem Kreis St. Wendel gewesen seien. Der Historienforscher Roland Geiger hatte ein Beispiel herausgesucht. Theodor Schlick aus St. Wendel, geboren 1834, wanderte 1840 mit seinen Eltern aus. Er arbeitete in Barth, Steuben County New York, als Angestellter. Am 25. August 1864 fiel er im Kampf bei Kearnesville als Major. Foto: wikipedia

"Es folgten vier schreckliche Kriegsjahre mit Hunderttau- senden von Toten."

Klaus Friedrich

zum Bürgerkrieg

in den USA ab 1861

Zur Person

Nicola Marschall wurde am 16. März 1829 in St. Wendel geboren. 1849 wanderte Marschall nach Amerika aus. Der Künstler starb am 24. Februar 1917 in Louisville/Kentucky. Seine Eltern besaßen in St. Wendel eine Tabakfabrik. red