1. Saarland

Von Ballett bis HipHop

Von Ballett bis HipHop

Ob jung oder alt, Anfänger oder Fortgeschrittene, die Akteure der Viva-Show ließen den Funken ihrer Begeisterung fürs Tanzen überspringen. Unter der Leitung von Susanne Sprung von der Tanzwerkstatt zeigten sie einen Querschnitt des Erarbeiteten.

Jeder kann mitmachen, das ist bei den Viva-Workshops der Tanzwerkstatt Susanne Sprung und Freunden besonders wichtig. Entsprechend bunt gemischt waren die Gruppen, die am Freitagabend in der Gebläsehalle Neunkirchen die Bühne stürmten und in "Viva - Die Show" zeigten, was sie innerhalb der vergangenen beiden Jahre gelernt haben. Hauptsächlich Mädchen und Frauen von neun bis 59 Jahren, aber auch einige Männer waren dabei. "Sie alle haben harte Knochenarbeit geleistet, diszipliniert geprobt und sich das hier heute Abend wirklich verdient", sagte die Choreografin und Sängerin Susanne Sprung. Tänzerinnen in schwarzen Tüllröckchen erschienen und gingen in eine typische Ballett-Fußstellung. Doch die fetzige Musik und die flotten, modernen Bewegungen machten schnell klar, dass es sich nicht um Ballett, sondern um sich geschickt anlehnenden Showtanz handelte. Doch auch das Ballett hatte seine Berechtigung - in moderner Form, wie beim Solotanz "Der weiße Schwan" und in klassischer Form, wie bei dem bezaubernden "Tanz der Puppen" aus dem "Nussknacker". Wenn Theater und Gesang in den Workshops auch ebenfalls gestreift worden waren, so stand der Tanz bei dieser erstmals in der Gebläsehalle stattfindenden Viva-Show mit dem Motto "Dance, dance, dance" im Mittelpunkt.

Schrittsicher, flüssig und mitreißend gingen alle Tänze über die Bühne. Und wenn doch mal ein Schritt daneben ging oder zu früh kam, so nahm man es locker. Die Freude an der Bewegung stand im Vordergrund und sprang auf die rund 400 Zuschauer über, die eifrig mit den Füßen mitwippten. "Dass man bei den Tänzern auch Abstufungen sieht, ist ganz klar", sagte Sprung. "Es gibt Naturtalente, die nach einem Jahr eine erstaunliche Show hinlegen und es gibt Leute, die eben länger brauchen."

Besonders beliebt bei vielen Jugendlichen: HipHop und andere Streetdance-Stile. In Jogging-Hosen und T-Shirts ganz lässig auftretend, zeigten die Tänzer etwa bei Wellenbewegungen, die durch den ganzen Körper gingen, sowie artistischen Einlagen Konzentration und Körperbeherrschung. Beim Popping wurden dabei die von Michael Jackson bekannten roboterartigen Bewegungen ausgeführt. Auch Elisabeth Mörsdorf und Chantal Martin, beide 13 Jahre, waren beim Streetdance dabei: "Die Akrobatik ist am schwierigsten", sagten sie. Nervös seien sie dennoch nicht: "Wir haben ausgiebig geprobt!"

Zu einem der Höhepunkte wurde die Gastchoreografie zweier tamilischer Mädchen zur Filmmusik aus "Guru". Leuchtend bunte, indische Stoffe mit glitzernden Ornamenten flogen durch die Luft, als die Mädchen in pantomimischem Spiel voreinander wegliefen, sich gegenseitig zurückzogen und umarmten.

Auch lateinamerikanischer Tanz, Jazz Dance und Tanztheater hatten ihren Platz, immer eindrucksvoll untermalt von passenden Kostümen, Leinwandprojektionen und Lichtspielen. Zwischen den Tänzen wurden die Dozenten vorgestellt, die außer Sprung die Workshopteilnehmer an pro Monat jeweils einem ganzen Wochenende unterrichtet hatten: Marc Lahutta, Lars Wettmann, Matthias Stockinger und Sophie Schütz. Vom Publikum gab es kräftigen Applaus für den Querschnitt durch die Tanzsparten, bei denen allen, ob Anfänger oder Fortgerittene, ob jung oder etwas älter, das auszudrücken gelungen war, was die zwölfjährige Alina Bonert auf den Punkt brachte: "Ich liebe es einfach, mich zu bewegen."