Vom Berufsalltag nahtlos ins Ehrenamt

Vom Berufsalltag nahtlos ins Ehrenamt

40 Jahre lang war Gertrud Schäfer Pfarrsekretärin. Auch, nachdem sie jetzt offiziell in Rente gegangen ist, engagiert sie sich weiterhin für die Pfarrei Maria Himmelfahrt in Humes, nun aber ehrenamtlich.

"Dann nehme ich die Schlüssel eben mit, bis ein neuer Küster gefunden ist", sagte Gertrud Schäfer, Jahrgang 1937, im Sommer 1977, als der damalige Küster der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Humes nach einem Herzinfarkt ganz unerwartet gestorben war. Da hatte die dreifache Mutter bereits seit drei Jahren das Amt des Kirchenrechners inne, half immer auch in der Sakristei mit. "Dass aus dieser spontanen Reaktion einmal 25 Jahre Küsterdienst werden würden, das hätte ich nicht gedacht", erzählt die rüstige Rentnerin. Denn das ist sie nach 40 Jahren Dienst seit dem 31. Dezember 2013, ihrem letzten Arbeitstag als Pfarrsekretärin in Humes.

Wobei, ganz offiziell ist Schäfer erst seit 1990 in diesem Amt, das sie zuvor aber schon viele Jahre ehrenamtlich innehatte. "Als Pater Jakob Konrad 1977 zu uns kam, haben wir zusammen angefangen, den Pfarrbrief auf unseren Schreibmaschinen zu tippen, ein Pfarrbüro gab es aufgrund der zu geringen Einwohnerzahl nicht, alles lief so nebenbei", erzählt sie.

Erst durch den Wechsel 1990, als Pater Josef Seeberger die Gemeinde übernahm, wurde die Stelle der Pfarrsekretärin genehmigt, Schäfer erhielt ein eigenes Büro. Das wird nun aufgelöst, Schäfer ist nach vier Jahrzehnten gerne ausgeschieden. "Es ist doch klar, dass wir keine vier Pfarrsekretärinnen brauchen. Die Zeiten haben sich geändert, daran müssen sich die Menschen aber erst gewöhnen", sagt sie. Und das ist auch die größte Veränderung, die Schäfer in ihren 40 Dienstjahren seit 1974 miterlebt hat.

Die Seelsorgeeinheit umfasst inzwischen Uchtelfangen, Illingen, Humes und Wiesbach, "da ist die Koordination, gerade etwa bei Beerdigungen, die nicht planbar sind, eine echte Herausforderung", erzählt sie aus ihrem Berufsalltag. Der wird sich auch nach ihrer Pensionierung nicht wesentlich ändern, wie sie sagt. "Am ersten Arbeitstag 2014, bin ich am Montag einfach mal im Bett geblieben, aber das wird nicht zur Regel. Ich habe mich nie zu Hause vergraben und will es auch zukünftig nicht", sagt die Witwe, die 1995 ihren Mann verlor. Gertrud Schäfer engagiert sich beim DRK, bei der Kolpingfamilie und im Kirchenchor, ihre Hilfe ist in Humes gefragt. "Und dann habe ich drei erwachsene Kinder, sechs Enkelkinder und schon zwei Urenkel, die alle in meiner Nähe wohnen", erzählt sie.

"Ich hätte nicht damit gerechnet, dass sich die Gemeinde von mir in einem Gottesdienst verabschieden will, aber es ist doch schön", verrät sie.

Für die Zukunft hat sie nur einen Wunsch: "Ich möchte gerne noch viele Jahre gesund bleiben, langweilig wird mir dann sicher nicht."

Neben Gertrud Schäfer wird am Sonntag, 12. Januar, um 9 Uhr auch Adalbert Brill, zehn Jahre Verwaltungsratsmitglied in der Pfarrei, verabschiedet, nach der Messe lädt die Pfarrei zu einem Umtrunk ein.

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