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Volkszählung wirft Schatten voraus

Volkszählung wirft Schatten voraus

Saarbrücken. Rund 320 000 Haus- und Wohnungseigentümer im Saarland werden in den kommenden zwei Wochen Post vom Statistischen Landesamt in Saarbrücken erhalten. In dem Schreiben werden die Eigentümer gebeten, die Richtigkeit der Daten zu ihrer Immobilie zu überprüfen. Die Befragung dient der Vorbereitung der Volkszählung am 9. Mai kommenden Jahres

Saarbrücken. Rund 320 000 Haus- und Wohnungseigentümer im Saarland werden in den kommenden zwei Wochen Post vom Statistischen Landesamt in Saarbrücken erhalten. In dem Schreiben werden die Eigentümer gebeten, die Richtigkeit der Daten zu ihrer Immobilie zu überprüfen. Die Befragung dient der Vorbereitung der Volkszählung am 9. Mai kommenden Jahres. Die Daten sowohl dieser Vorab-Befragung als auch der eigentlichen Volkszählung sollen ausschließlich statistischen Zwecken dienen und dürfen per Gesetz nicht an andere Verwaltungsstellen weitergegeben werden - auch nicht an die Einwohnermeldeämter. Das bei der Volkszählung gewonnene Zahlenmaterial soll nach offiziellen Angaben vielmehr Grundlage für gesellschaftspolitische Entscheidungen sein und etwa Fragen beantworten helfen wie: Welche (Wohnungsbau-)Förderprogramme sind sinnvoll? Wie viele Kindergartenplätze, Schulen und Altenheime sind nötig? Dass hier offenbar Unklarheit besteht, belegen wiederum Angaben aus dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Dort geht man nämlich davon aus, dass in Deutschland derzeit offiziell rund 1,3 Millionen Menschen mehr erfasst sind, als tatsächlich hier leben. Anders als bei der bislang letzten Volkszählung 1987 sollen 2011 nicht mehr die Daten aller Haushalte erfragt werden, sondern nur noch stichprobenartig von zehn Prozent der Bevölkerung. Michael Sossong, Leiter des Statistischen Landesamtes, begründete dies am Freitag bei einem Pressegespräch in Saarbrücken mit Kostengründen. Eine hohe Genauigkeit der daraus abzuleitenden Gesamtdaten sei dennoch gewährleistet. Anders als 1987 sollen zudem nicht mehr "sensible Daten" wie etwa das Einkommen erfasst werden. Erhoben werden Daten zur Erwerbstätigkeit, zur Schul- und Berufsausbildung, zur Lebens- und Wohnsituation sowie zur Konfession. Die nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Haushalte, von denen im Mai 2011 stichprobenartig Daten abgefragt werden, sind zur Auskunft gesetzlich verpflichtet. Bei Verweigerung drohen nach bisherigen Planungen bis zu 300 Euro Geldbuße, wie Sossong mitteilte. Erste Ergebnisse der Volkszählung, die am 9. Mai 2011 in allen EU-Staaten erfolgen soll, werden im November 2012 erwartet. Fragen zur Vorab-Befragung sowie zur Volkszählung 2011 werden Mo. bis Fr. zwischen 8 und 17 Uhr beantwortet unter Tel. (06 81) 5 01 20 11. Weitere Infos unter www.zensus2011.de