Völklinger Lenker mal als Denker

Völklinger Lenker mal als Denker

So viele Ankündigungen, Projekte, Pläne. Hier ein neues Einkaufszentrum, da ein neues Geschäftshaus. Dort Plätze, die umgestaltet, in der Nähe Häuserzeilen, die gründlich saniert werden sollen. Grünzüge für alle Stadtteile, ein neuer Schwimmsteg für Saar-Schiffe, ein neues, großzügiges Hotel, eine neue, großzügige Umgehungsstraße

So viele Ankündigungen, Projekte, Pläne. Hier ein neues Einkaufszentrum, da ein neues Geschäftshaus. Dort Plätze, die umgestaltet, in der Nähe Häuserzeilen, die gründlich saniert werden sollen. Grünzüge für alle Stadtteile, ein neuer Schwimmsteg für Saar-Schiffe, ein neues, großzügiges Hotel, eine neue, großzügige Umgehungsstraße. Völklingen, das hat die Rede von Oberbürgermeister Klaus Lorig beim städtischen Neujahrsempfang einmal mehr deutlich gemacht, ist eine Stadt im Umbruch.

Und eine Stadt, in der man Wert legt darauf, die Meinung der Bürger zu gegenwärtigen Verhältnissen und Zukunftsvisionen zu hören. So weiß Lorig jetzt, was Frauen in der Innenstadt wünschen - Soziologen haben es per Befragung an den Tag gebracht. Der Rathauschef und seine Mitarbeiter erfahren auch regelmäßig, was Kinder wollen: Ehe die Stadt Spiel- und Bolzplätze baut, fragen die Planer bei den künftigen Nutzern nach.

So ist es nicht verwunderlich, dass Völklinger Bürger auch ungefragt Ideen und Pläne entwickeln für ihre - und damit auch die städtische - Zukunft. Da ist die Wehrdener Moscheegemeinde mit ihrem Minarett-Projekt. Da ist die kleine Aktivistengruppe um Günther Danninger, die Hermann Röchling aus dem Namen ihres Stadtteils heraus haben möchte. Projekte, die breite Diskussionen entfachen - sie werfen Fragen auf, die sich mit Sanieren, mit Umgestalten, überhaupt mit Macher-Gesten nicht beantworten lassen.

Fragen danach, was Völklingen eigentlich für eine Stadt ist. Wie sie wurde, was sie ist. Und wie sie nach dem Willen der Bürger sein soll, gesellschaftlich, städtebaulich und wirtschaftlich. Fragen also, die das Völklinger Selbstverständnis berühren. Darauf kann man mit Aktionen oder gar Aktionismus keine Antworten finden, denn dabei ist man ja stets hektisch verwickelt.

Also bitte zurücktreten. Nein, nicht vom Amt, nur ein paar Schritte - mit etwas Abstand sieht und denkt sich's besser.

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