Völklingens Wehr hat ausreichend Nachwuchs

Völklingens Wehr hat ausreichend Nachwuchs

67 junge Leute lernen momentan in Völklingen, wie man Menschen rettet und Brände bekämpft - die Freiwillige Feuerwehr hat derzeit genug Nachwuchs. Das war bei der Jahreshauptversammlung am Sonntag zu erfahren (wir haben bereits kurz berichtet). Außerdem berichtete Wehrführer Herbert Broy über 2011.

Völklingen. Als undenkbar bezeichnete der Brandinspektor des Regionalverbandes, Rainer Schwarz, am Sonntag bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen in der Heidstocker Mehrzweckhalle die Vorstellung, an die kommunalen Feuerwehrgerätehäuser ein Schild zu hängen mit der Aufschrift "werktags von 8 bis 16 Uhr geschlossen." Genau das könne aber passieren, weil viele freiwillige Feuerwehrleute außerhalb ihrer Löschbezirke arbeiten oder nicht unbedingt von ihren Arbeitgebern zu den Einsätzen freigestellt würden. Er forderte deshalb, die Beschäftigung von freiwilligen Feuerwehrleuten im öffentlichen Dienst zu fördern.Exakt 291 freiwillige Feuerwehrleute engagieren sich in den sieben Löschbezirken der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen - in der Stadtmitte, in Luisenthal, Wehrden, Fürstenhausen, Geislautern, Ludweiler und Lauterbach. Nöte, wie sie Saarbrückens Sicherheitsdezernent Harald Schindel schilderte - nämlich, dass es in Trier und Worms schwierig sei, Einsatzfahrzeuge ordentlich zu besetzen - scheinen derzeit also weit entfernt. Neben dem Freistellungsproblem hätten die genannten Kommunen mit Nachwuchsmangel zu kämpfen. In den Völklinger Löschbezirken gibt es derzeit 67 Jugendliche; die Jugendwehr bildet den Nachwuchs für die Aktivenwehr aus. Und die Freiwillige Feuerwehr sei das Reservoir für die Berufsfeuerwehr in Saarbrücken. Schindel informierte, dass in der jüngsten Einstellungsperiode alle Stellen aus den Reihen der saarländischen Freiwilligen Feuerwehr besetzt worden seien.

"Anders als in vielen Filmen gibt es bei euren Einsätzen kein garantiertes Happy-End", sagte Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig. Oft wüssten die Feuerwehrleute auf dem Weg zum Einsatz nicht, was sie dort erwartet. Ein drastisches Beispiel nannte Wehrführer Herbert Broy in seinem Jahresbericht. Als nahe der Mehrzweckhalle im vorigen Sommer eine Paketbombe ein Wohnhaus zerstörte und einen Mann tötete, seien die Einsatzkräfte zunächst von einem noch schlimmeren Szenario ausgegangen. In der Alarmierung habe es geheißen: "Explosion in der Grundschule, Gebäudeteile eingestürzt."

In einem Führungskräfte-Workshop hätten sich Verwaltungsspitze, Wehrführung und Löschbezirksführung zuletzt mit der Zukunft der Völklinger Feuerwehren befasst, berichtete Broy. Dabei wurden unter anderem das Fahrzeug- und Gebäudekonzept überarbeitet.

Um das "Wir-Gefühl" zu stärken, will die Völklinger Wehr am 15. August einen Familentag unter dem Motto "Spiel ohne Grenzen" organisieren. Den will Broy unter anderem mit der Prämie von 1000 Euro finanzieren, den die Völklinger Wehr Feuerwehr vom Saarländischen Feuerwehrverband für ihren Imagefilm bekommen hat. Foto: Jenal

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