Vögel, Insekten und Fledermäuse auf der Suche nach einem Zuhause

Vögel, Insekten und Fledermäuse auf der Suche nach einem Zuhause

Bei der heutigen Nutzung der Landschaft haben es Vögel oft schwer, ein Nest zu bauen. Deshalb ruft der Nabu Saarland auf, Meisen, Sperlingen und ihren Artgenossen mit Nisthilfen auf die Sprünge zu helfen.

Merzig-Wadern. Bei milder Witterung beginnen die ersten Vögel mit den Vorbereitungen für den Nestbau. Mit lautem Gesang stecken Meisen bereits ihr Revier ab. Doch häufig finden die Wohnungssuchenden keine passende Bleibe. Insbesondere die intensive Nutzung und Überformung der Landschaft erschweren der heimischen Tierwelt die Wohnungssuche. Der Nabu Saarland ruft deshalb dazu auf, jetzt noch Nisthilfen aufzuhängen."Der Verlust an natürlichen Brut-, Nist- und Lebensstätten hat für viele unserer Mitgeschöpfe ernste Ausmaße angenommen", so Ulrich Heintz vom Nabu Saarland. Doch mit etwas handwerklichem Geschick und ohne großen finanziellen Aufwand könne hier Abhilfe geschaffen werden. Künstliche Nisthilfen und Unterkünfte seien feste Bestandteile der Arbeit für den Schutz der heimischen Tierwelt. "Dort, wo alte Hochstammobstbäume fehlen, wo Scheunen vernagelt oder Ställe hermetisch abgeschlossen werden, wo Hecken nur noch als Hindernis betrachtet werden und Bäume nicht mehr alt und morsch werden dürfen, ist auch kein Platz mehr für Steinkauz, Siebenschläfer, Rauchschwalbe, Wildbiene oder Fledermaus", so Heintz weiter. Hier gegenzusteuern und eine struktur- und artenreiche Umwelt zu erhalten, müsse oberstes Ziel des Naturschutzes sein. Daneben böten die vom Menschen angebotenen künstlichen Nisthilfen einigen der wohnungssuchenden Tierarten die Möglichkeit, über die Runden zu kommen. Mit einem Nistkasten kann man Meisen, Sperlingen, dem Rotschwanz oder auch dem Star ein passendes Quartier schaffen, aber auch künstliche Schwalbennester oder Steinkauzröhren aus Menschenhand können helfen.

Doch nicht nur Vögel, auch Fledermäuse und Insekten nehmen Nisthilfen gerne an. Für Insekten sind diese leicht gebaut: Ein mit Bohrlöchern versehenes Stück Holz wird an einer sonnigen, windgeschützten Stelle im Garten aufgehangen und schon finden dort Bienen und Wespen ein Zuhause. Fledermauskästen benötigen etwas mehr Aufwand, können jedoch mehrere Jahre von den Tieren bewohnt werden.

Allerdings sind voll ausgebuchte Nistkästen nur dann zu erwarten, wenn der Garten naturnah gestaltet ist und die Vögel entsprechend Nahrung finden.

Auch viele Bereiche und Bauteile an Häusern eignen sich als Nistplätze. Ungenutzte Hohlräume bieten oft einen idealen Lebensraum, wenn sie für die Tiere zugänglich gemacht werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten Nisthilfen gerne von verschiedenen Vogel- und Fledermausarten angenommen werden. Bauanleitungen gibt es gegen Einsendung von drei Euro in Briefmarken beim Nabu Saarland. red

Mehr Informationen dazu unter der Telefonnummer (0 68 81) 93 61 90.

Foto: jürgen millen

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