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Vitamin-Pillen nicht selbst verordnen

Vitamin-Pillen nicht selbst verordnen

Anruferin (42 Jahre):In den Supermärkten findet man heute viele Vitaminprodukte und Produkte mit zugesetzten Vitaminen und Mineralien

Anruferin (42 Jahre):In den Supermärkten findet man heute viele Vitaminprodukte und Produkte mit zugesetzten Vitaminen und Mineralien. Was ist davon zu halten? Kann man diese Stoffe eigentlich überdosieren oder nimmt der Körper nur soviel Vitamine auf, wie er braucht?

Telefon-Doktor: Viele Menschen wollen ihrem Körper mit Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln etwas Gutes tun. Die Wahrheit ist, dass die wenigsten Menschen in Deutschland zusätzliche Vitamine brauchen, wenn sie sich ausgewogen ernähren und regelmässig Obst und Gemüse essen. Statt Obst und Gemüse werden häufig jedoch lieber Tabletten genommen, und das oft in selbst festgelegten Dosierungen. Vitaminpräparate sind für immer mehr Menschen eine Methode, das schlechte Gewissen zu beruhigen. Viele handeln offenbar nach der hoffnungsvollen Devise: "Es schadet nicht, aber vielleicht nutzt es". Das stimmt jedoch nicht. Immer mehr Studien zeigen: Zu hohe Vitamindosierungen können sogar schädlich sein.

Wissenschaftler warnen besonders vor den Gefahren hoher Dosen von Vitamin A und Betacarotin, der Vorstufe von Vitamin A. Zuviel Vitamin A kann zu einer Austrocknung der Haut sowie zu Krampfanfällen führen und das Risiko von Knochenbrüchen erhöhen. Deshalb sollten ältere Menschen nicht mehr als 1,5 mg Vitamin A pro Tag zu sich nehmen. Vitamin A ist fettlöslich, das bedeutet, dass es nicht jeden Tag konsumiert werden muss. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A sollte durch eine ausgewogene Ernährung gewährleistet werden können. Besonders kritisch wird Beta-Carotin bewertet. Es ist auch als sogenanntes Rauchervitamin bekannt. Entgegen der Erwartung, dass täglich eingenommenes Beta-Carotin Raucher vor Lungenkrebs schützen kann, stiegen in zwei grossen Studien die Lungenkrebsrate und die Sterblichkeit der Patienten.

Auch bei Mineralien (Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium, Zink) ist nicht zu empfehlen, auf eigene Faust eine Therapie zu unternehmen. Sprechen Sie besser vorher mit Ihrem Hausarzt.

Problematisch ist vor allem Zink, das immer häufiger zur Vorbeugung gegen Erkältungen eingenommen wird. Bei langfristiger Einnahme und zu hoher Dosis kann es zu Leberschäden kommen. Einen zu korrigierenden Vitaminmangel gibt es eigentlich nur bei Folsäure in der Schwangerschaft und Vitamin D im Alter, sagte der SZ-Doktor. red