1. Saarland

Virtuose Musiker mit Paprika in den Noten

Virtuose Musiker mit Paprika in den Noten

Saarbrücken. Die Stadtgalerie Saarbrücken beherbergte am Dienstagabend das "Forum Neue Musik", eine Veranstaltungsreihe von SR2 KulturRadio, die sich nach sechsmonatiger Pause zurückmeldete. Als Solisten des Abends begrüßte SR-Moderator Wolfgang Korb Lajos Rozmán (Klarinette) und Martin Tchiba (Klavier)

Saarbrücken. Die Stadtgalerie Saarbrücken beherbergte am Dienstagabend das "Forum Neue Musik", eine Veranstaltungsreihe von SR2 KulturRadio, die sich nach sechsmonatiger Pause zurückmeldete. Als Solisten des Abends begrüßte SR-Moderator Wolfgang Korb Lajos Rozmán (Klarinette) und Martin Tchiba (Klavier). Rozmán wurde 1970 in Westungarn geboren, studierte sein Instrument an der Budapester Franz Liszt Musikakademie und brachte in den letzten Jahren etliche Formationen sowie vielfältige Projekte auf den Weg. Sein zwölf Jahre jüngerer Landsmann Tchiba wuchs in Deutschland auf. Neben seiner Ausbildung als Pianist, darunter auch in Saarbrücken bei Thomas Duis, ließ er sich in Komposition unterweisen und war bereits zweimal Finalist des Gaudeamus-Wettbewerbs. Der Abend war "Variations of a double" überschrieben und entlehnte diesen Titel einer Komposition Ádám Kondors. Zwei Werke nicht ungarischer und international arrivierter Tonschöpfer, Rudolf Kelterborm und Jörg Widmann, bildeten den Rahmen für ein Podium, dessen erklärtes Ziel es war, den Namen der hierzulande eher noch unbekannten ungarischen Komponisten unserer Tage in die Welt zu tragen. Tchiba äußerte deshalb auch, dass es "noch vielmehr interessante Komponisten gibt, die mehr Aufführungen im Ausland verdient hätten". So erklangen Pál Károlyis "Meditazioni", György Kurtágs Work in progress "Játékok", Zolán Jeneys "Canone enigmatico" sowie László Sárys didaktisch-relevante "Übungen zum kreativen Musizieren". Beide Solisten musizierten mit äußerster Virtuosität. Ob sich die Werke jedoch im Repertoire auch ihren festen Platz sichern werden, bleibt abzuwarten. Über den Einsatz von eher gängigen Mitteln wie Plektronspielen am Flügel oder Verwendung eines Woodblocks gelangten die Partituren nicht hinaus. Ihre Faszination mochten die Stücke eher aus ihrer Virtuosität beziehen. anw