1. Saarland

Vier Filme in der Endrunde

Vier Filme in der Endrunde

"Das Ende einer Nacht": In diesem Film geht es um einen millionenschweren Unternehmer, der sich wegen Vergewaltigung seiner Ehefrau verantworten muss. Die Lage ist undurchsichtig und die Fronten zwischen der skrupellosen Anwältin des Mannes und der Richterin verhärten sich. (Foto: ZDF/Martin Valentin Menke, läuft am 5

"Das Ende einer Nacht": In diesem Film geht es um einen millionenschweren Unternehmer, der sich wegen Vergewaltigung seiner Ehefrau verantworten muss. Die Lage ist undurchsichtig und die Fronten zwischen der skrupellosen Anwältin des Mannes und der Richterin verhärten sich. (Foto: ZDF/Martin Valentin Menke, läuft am 5. November)

"Das Wunder von Kärnten": Ein junger Kardiologe wird am Landeskrankenhaus Klagenfurt mit einem leblosen Mädchen konfrontiert, das 30 Minuten unter Wasser gelegen hat. Gegen alle Widerstände kämpft er 15 Stunden lang um das Leben der Dreijährigen. (Foto: WDR/David Baltzer, läuft am 6. November)

"Atmen": Ein 19-jähriger Häftling, der vor fünf Jahren einen Gleichaltrigen zu Tode getreten hat, sucht als Freigänger einen Job und landet bei einem Bestatter. Der Name einer Leiche animiert ihn dazu, nach seiner Mutter zu suchen, die ihn als Kind verstoßen hat. Er findet sie und spricht sie an . . . (Foto: epo-Film, läuft am 7. November)

"Ein Jahr nach Morgen": Die 16-jährige Luca, die in einer Kleinstadt mit dem Jagdgewehr ihres Vaters eine Lehrerin und eine Mitschülerin erschossen hat, schweigt über ihre Motive. Die Tat und der Prozess stürzen ihre Mutter und ihren Freund, ebenso wie den Mann des Opfers in eine tiefe Lebenskrise. (Foto: Toni Muhr, läuft am 8. November)

Neunkirchen. Oberbürgermeister Jürgen Fried ist rundum zufrieden: "Der Günter-Rohrbach-Filmpreis entwickelt sich ziemlich gut", stellte er gestern im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema mit leichtem Understatement fest. Waren bei der Premiere im vergangenen Jahr noch 31 Wettbewerbsfilme eingereicht worden, so waren es bei der zweiten Auflage in diesem Jahr bereits 45. "Wenn das ganze unter ,Neunkircher Filmpreis' laufen würde, hätte es nie diese Resonanz", ist sich Fried sicher.

Zugkraft und Glanz verleiht dem Neunkircher Kulturereignis bekanntlich der Name Dr. Günter Rohrbach. Der in München lebende und 1928 in Neunkirchen geborene Kino-und Fernsehproduzent ist Nestor der deutschen Filmszene und steht hinter vielen bekannten Produktionen wie beispielsweise "Das Boot", "Die unendliche Geschichte" oder "Berlin Alexanderplatz". "Er hat Rainer Werner Fassbinder nach oben gebracht und die Tatort-Serie mit initiiert", erwähnt der kulturbeflissene Oberbürgermeister. Und der nach Rohrbach benannte Filmpreis soll bekanntlich eine Hommage der Stadt an ihren bemerkenswerten Sohn sein.

Eine Vorjury hatte die eigentliche Sisyphusarbeit übernommen, sichtete alle Streifen und nominierte acht für die Endauswahl. Als Messlatte angelegt wurden neben der Qualität die Grundkriterien für den Wettbewerb: Die Filme müssen deutschsprachig sein, Spielfilmlänge haben und sich mit dem Thema "Arbeitswelt und Gesellschaft" befassen.

Anfang der Woche sondierte nun die eigentliche Jury (siehe Foto oben) in München die acht vorausgewählten Filme und legte sich auf vier preiswürdige fest, die die SZ hier kurz vorstellt. "Chef" der Jury war der bekannte deutsche Schauspieler Elmar Wepper, der als "Promi" für die zunächst auserkorene Hannelore Elsner einsprang, die wegen Dreharbeiten in Norwegen dann doch nicht zur Verfügung stand. Der Entscheidungsfindung wohnte als Gast natürlich auch Günter Rohrbach bei.

Welcher Film nun den mit 10 000 Euro dotierten Günter-Rohrbach-Preis erhält, hat die Jury in München bereits entschieden, schweigt darüber bis zur Verleihungs-Gala im Bürgerhaus am 9. November aber wie ein Grab. Dieser festliche Abend wird zugleich der "Schwanengesang" fürs Bürgerhaus sein, ist er doch das letzte Event im langjährigen Neunkircher Kulturtempel. Elmar Wepper und andere namhafte Vertreter der Filmbranche werden nach Auskunft der Stadt zur Preisverleihung kommen. Neben dem Hauptpreis für Regisseur und Produzent gibt es einen Schauspielerpreis für die beste darstellerische Leistung (dotiert mit 5000 Euro), als Neuerung einen Preis der Landesmedienanstalt für innovative Filmelemente (3500 Euro) sowie den Sonderpreis des Oberbürgermeisters (2500 Euro).

Auf einen Blick

Die vier Filme laufen in der "Finalistenwoche" (5. bis 8. November) ab 18 Uhr im Cinetower im Wasserturm. Eintritt jeweils 5,50 Euro, im Paket für alle Filme 20 Euro.

Neu ist in diesem Jahr ein "Neunkircher Filmemacher-Abend" als Auftakt am Sonntag, 4. November, ab 18 Uhr. Dabei zeigt der in Neunkirchen lebende bekannte Kameramann, Fotograf und Fernsehjournalist Günther Ruschel seinen Dokumentarfilm über Johann Becker, einen Holocaust-Überlebenden aus Oberthal. Der Neunkircher Oliver Ziegler präsentiert seinen ersten Spielfilm ". . . und Exitus" mit der Neunkircherin Dorothea Lata, Schauspielerin am Saarbrücker Staatstheater, in einer Hauptrolle. Unter allen Kinobesuchern werden fünf Mal zwei Eintrittskarten für die Preisgala am 9. November im Bürgerhaus verlost. gth