1. Saarland

Vier Bewerber, ein Amt

Vier Bewerber, ein Amt

Rede und Antwort standen die vier Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in Lebach am Montagabend. Saarbrücker Zeitung und Saarländischer Rundfunk hatten zur Podiumsdiskussion geladen. 500 Menschen kamen.

Bevor es richtig zur Sache ging, lächelten die Kandidatin und die drei Kandidaten in die Kamera. Vor der Stadthalle posierten Rainer Fries (CDU), Klauspeter Brill, freier Kandidat, Anna Schmidt (SPD) und Fred Metschberger (FDP) für ein aktuelles Foto für die SZ, mit der Kirche im Hintergrund. Die erste Hürde wäre geschafft, eine gewisse Anspannung war allen anzumerken.

Um die 500 Menschen waren am Montagabend in die Stadthalle gekommen, um die Podiumsdiskussion zu verfolgen, zu der die Saarbrücker Zeitung und der Saarländische Rundfunk eingeladen hatten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Peter Wagner (SZ) und Thomas Gerber (SR).

Die Themen Finanzen, Fußgängerzone und Gewerbe gehörten zu den Schwerpunkten. "Die Verschuldung wird das größte Problem in den kommenden Jahren sein", merkte Rainer Fries an. Er sprach sich für eine strikte Sparpolitik aus, Lebach brauche dringend neue Betriebe und mehr interkommunale Zusammenarbeit. Fred Metschberger ergänzte, dass sich durch den demografischen Wandel "einiges von selbst regeln werde", wie zum Beispiel, dass Löschbezirke fusionieren werden. Er sprach auch von Luxus, dass es in der Kommune zehn Friedhöfe und Leichenhallen gebe. Die Bestattungskultur habe sich aber sehr gewandelt. Für mehr produzierendes Gewerbe plädierte Klauspeter Brill. Nicht nur Dienstleistungsbetriebe müssten sich in Lebach ansiedeln.

"Ohne Minikreisel würde Lebach überhaupt nichts fehlen, und wenn man kein Geld hat, dann baut man so was nicht." Applaus für Anna Schmidt. Während der gut 90-minütigen Veranstaltung hatte die SPD-Frau den stärksten Beifall. Sie hatte die meisten Parteigenossen mobil gemacht. Dieses Geld hätte an anderer Stelle besser genutzt werden können, ergänzte Brill. Metschberger und Fries dagegen sprachen sich für den Bau aus. Nicht nur, weil es beschlossene Sache ist, sondern auch, weil er die Fußgängerzone aufwerte.

Sorgenkind Fußgängerzone. Hier waren sich alle Kandidaten einig, dass die Stadt zusammen mit den Immobilienbesitzern Wege finden müsse, um die City für Geschäfte attraktiver zu machen. Für eine Vielfalt an Geschäften, warb Brill. Ein begehbarer Brunnen (Schmidt) in der Mitte wäre nicht nur ein Platz zum Verweilen, dadurch würde auch der (nicht erlaubte) Durchgangsverkehr wieder zurückgedrängt.

An Förderprogramme oder Investitionshilfe denkt Fries. Er führte als Beispiel die Stadt St. Wendel an. Er regte an, dort ein paar Tage zu hospitieren. Metschberger warb dafür, dass Eigentümer und Stadt sich an einen Tisch setzen müssten, denn auch die Immobilienbesitzer müssten sich einbringen. > weiterer Bericht