"Vielleicht war der Druck zu groß"

Marpingen. "Ich habe jede Sekunde vor dem Training nur daran gedacht, wie ich die Mannschaft weiterbringen kann. Wie ich jede einzelne Spielerin besser machen und ihre individuelle Stärke noch mehr herausarbeiten kann", erzählt Krzysztof Wroblewski

Marpingen. "Ich habe jede Sekunde vor dem Training nur daran gedacht, wie ich die Mannschaft weiterbringen kann. Wie ich jede einzelne Spielerin besser machen und ihre individuelle Stärke noch mehr herausarbeiten kann", erzählt Krzysztof Wroblewski. Das ist nun vorbei: Seit Dienstagabend laufen die Wege der Handball-Damen des RPS-Oberligisten DJK Marpingen und von Trainer Wroblewskis getrennt voneinander. Eine Entscheidung, die nicht nur Wroblewski überrascht. "Vorstand, Mannschaft und Trainer haben intensive Gespräche geführt und sind übereingekommen, dass es für alle Beteiligten besser ist, die Zusammenarbeit zu beenden." Mit diesen Worten hatte Norbert Geiger, der Vorsitzende des Regionalliga-Absteigers, am Mittwoch die Trennung vom Trainer bekannt gegeben. Was die Gründe waren, dazu wollte Geiger auch gestern nichts sagen. Der derzeit im Urlaub weilende Moskitos-Manager Reimund Klein war telefonisch nicht zu erreichen. Ein Gespräch mit dem Ex-Trainer lässt allerdings erahnen, dass dieser sehr gern weitergemacht hätte. Zu den genauen Gründen will aber auch er sich nicht äußern. Nur so viel: Die Kritik aus dem DJK-Umfeld am Fitnesszustand der Mannschaft (SZ vom 21. September) hat wohl ihren Teil dazu beigetragen. "Wir hätten noch viel erreichen können", sagt Wroblewski, der die Moskitos auf einem sehr guten Niveau sieht. "Die Spielerinnen sind fit, die Spielzüge sitzen. In der Deckung gibt es noch ein paar Abstimmungs-Schwierigkeiten, aber auch das wird sich einspielen. Der Erfolg wird kommen", ist der Handball-Lehrer sicher. Wichtig sei in dieser Hinsicht der 39:31-Sieg vom vergangenen Wochenende gegen Zweibrücken gewesen: "Der Druck war immens. Aber wenn man unter Druck gewinnt, wirkt ein solcher Sieg befreiend - und die Mädchen sind jetzt frei." Auch von Wroblewski? "Vielleicht war der Druck, den ich aufgebaut hatte, zu groß. Auch der, den ich mir selbst gemacht hatte. Ich wollte unbedingt was erreichen, ich wollte den Erfolg." Dennoch schaffte er es in der vergangenen Saison nicht, die Moskitos für die neue dritte Liga zu qualifizieren. Ein kleiner Kader, Verletzungspech und die Verjüngung der Mannschaft trugen das ihrige dazu bei. Der von Wroblewski eingeleitete Neuaufbau geht also ohne ihn weiter - ab sofort trainiert Manfred Wegmann die Mannschaft. Wegmann, gleichzeitig zweiter Vorsitzender der DJK Marpingen, tritt damit seine dritte Amtszeit als Moskitos-Trainer an. Am Dienstag leitete er die erste Einheit und verspürte Aufbruchstimmung: "Die Frauen sehen sich jetzt auch selbst in der Pflicht, noch mehr Gas zu geben." Sein neuerlicher Einstieg als Moskitos-Trainer kam für ihn überraschend: "Wir hatten ja im April erst den Vertrag mit Krzysztof verlängert und ich ging davon aus, dass das durchgezogen wird." Vorrangiges Ziel sei es, "die erste und die zweite Mannschaft, die ich auch weiterhin trainieren werde, noch enger zusammenzuführen." Am Samstag muss die DJK um 19.30 Uhr in Hauenstein gegen die noch sieglose SG Albersweiler-Hauenstein ran.

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