Viele Fragen zum Freizeitpark in Reden

Viele Fragen zum Freizeitpark in Reden

Reden. In der Gemeinde Schiffweiler ist es guter Brauch, dass vor der Realisierung größerer Projekte und der Schaffung von Baurecht die Bürger Einwände und Verbesserungsvorschläge einbringen können. So geschehen auch jetzt im Lampensaal des Redener Zechengebäudes

Reden. In der Gemeinde Schiffweiler ist es guter Brauch, dass vor der Realisierung größerer Projekte und der Schaffung von Baurecht die Bürger Einwände und Verbesserungsvorschläge einbringen können. So geschehen auch jetzt im Lampensaal des Redener Zechengebäudes.Dort wurde deutlich, dass die Bevölkerung reges Interesse zeigt, wie es rund um die große Bergehalde und den Brönnchesthalweiher demnächst aussehen wird. Denn der Besitzer des früheren Grubengeländes, die Industriekultur Saar, und die private Investoren-Gesellschaft FuN Berg Saar GmbH wollen aus der Industriebrache ein attraktives Freizeit- und Naturerlebnis-Areal schaffen (wir berichteten). Rund 130 Bürger wollten informiert werden und stellten den Verantwortlichen viele Fragen. Schiffweilers Bürgermeister Markus Fuchs machte eingangs deutlich, dass der Gemeinderat voll hinter diesem Projekt stehe.

Ebenso Karl Kleineberg, der Chef der Industriekultur Saar (IKS). "Im Lampensaal der ehemaligen Grube startete der Arbeitstag der Bergleute und hier soll auch der Startschuss fallen für ein Projekt, mit dem ein moderner Tourismus- und Naturerlebnis-Standort für die Menschen der Region geschaffen wird." Die Anhörung zum aufzustellenden Bebauungsplan sei ein Instrument, um möglichst alle Interessen der Bürger und der Betreiber unter einen Hut zu kriegen. Frank Heckmann vom Investor FuN Berg Saar: "Im Freizeitpark Reden wird nicht wie andernorts Eintritt erhoben. Hier müssen die Besucher nur zahlen, wenn sie die von unserem Unternehmen installierten Einrichtungen wie Seilrutsche, Haldenmetro, Seilrutsche oder Allwetter-Rodelbahn benutzen." Die Gebrüder Schneider hätten bereits vor zehn Jahren die Idee für den Bau eines Freizeitparks gehabt, sofern die Infrastruktur stimme. Die IKS habe nun die Voraussetzungen für dieses Unterfangen geschaffen. Dass dem Erhalt der sich inzwischen angesiedelten Tiere und Pflanzen eine große Bedeutung beigemessen wird, erklärte Claudia Lennartz von der Planungsgesellschaft Agsta Umwelt. Ausgeräumt wurde die Sorge, dass auf dem Haldenplateau große Windräder aufgestellt würden. Vielmehr würden hier Präsentationsmodelle für die Gewinnung regenerativer Energie mit einer maximalen Höhe von 20 Metern aufgestellt.

Edmund Klein aus Heiligenwald fragte nach, ob die Firmenansiedlungen auf dem benachbarten Gewerbegebiet Nusskopf die touristische Attraktivität einschränkten. Die Antwort von Bürgermeister Fuchs: "Wir schauen genau hin, wem wir die Ansiedlung gestatten."

Die Bedenken, dass sich die Situation für Vögel - während der Sommeralm seien die Tiere orientierungslos herumgeflogen - verschlechtere, konnte Kleineberg verneinen. "Anders als Windräder werden Energie-Gewinnungsanlagen in vertikaler Form gebaut." Auf die Frage von Günter Kirsch, wie viel Prozent der Fläche des Haldenplateaus der Natur gewidmet werden, nannte Claudia Lennart 80 bis 90 Prozent. Harald Kirsch aus Landsweiler-Reden wollte wissen, ob die Brücke, die den Bahnhof mit dem Garten Reden verbinden soll, überhaupt noch gebaut würde. Dafür sei, so Kleineberg, derzeit kein Geld vorhanden. Doch vorstellbar sei, dass sie in zehn Jahren stehe. Eine Brücke schlagen zum Projekt der Industriekultur Nord wollte deren Geschäftsführer Detlef Reinhard. Reden, zu dem auch Itzenplitz und der Madenfelderhof gehörten, sei ein einmaliger Standort. Investoren seien immer willkommen. Was sich hier entwickle, müsse sich in die vorhandene Ästhetik einfügen.

Das wiederum veranlasste Sabine Martin aus Landsweiler-Reden zu der Fragestellung, wann der Kreisel in Reden endlich ästhetisch gestaltet würde. Kleineberg: "Dies wird die IKS demnächst veranlassen."

Die Anregung Günter Pressers, Hunde auf der Halde zu verbieten, kann man laut Kleineberg wohl eher nicht entspreche. Hier gelte es viel mehr, die Besitzer anzusprechen.

Die Frage der Abwasser-Entsorgung aus der Gastronomie wird laut Kleineberg durch eine biologische Kläranlage gelöst. Ein Schall gedämpfter Kompressor soll bis zur Stromversorgung durch Kabel für leise Stromversorgung sorgen. Neun Millionen Euro kostet der Park den Investor, 20 Prozent hier vorn kommen vom Land. Mit 100 000 Besuchern pro Jahr rechnet man.