Viele Antworten zum Kombibad

Viele Antworten zum Kombibad

Homburg. Wer wollte, der konnte gestern viele Symbole erkennen: stürmisches Wetter und ein dorniger Zugang aufs Gelände "Hinkelsbix" bei Bruchhof, auf dem das neue Kombibad geplant ist

Homburg. Wer wollte, der konnte gestern viele Symbole erkennen: stürmisches Wetter und ein dorniger Zugang aufs Gelände "Hinkelsbix" bei Bruchhof, auf dem das neue Kombibad geplant ist. Zu den Ausführungen von Oberbürgermeister Karlheinz Schöner und Roland Lupp, Leiter Gebäudemanagement, Hoch- und Tiefbau, beim Ortstermin vor der Sitzung des ersten städtischen Sonderausschusses strahlte jedoch die Sonne. Nach den teils heftigen Diskussionen der vergangenen Wochen ums neue Bad und die Schließung des alten ging es dabei recht ruhig zu. Wenige Fragen und klare Antworten vom OB: "Das Freibad bleibt definitiv zu" und seine Zusage: Spätestens 2014 wird ein neues Kombibad eröffnet. Es war angesichts der Temperaturen zwar schwer, sich vorzustellen, hier einmal in Badekleidung zu liegen, doch andererseits hörte sich die Besuchergruppe die Vorteile offen an: eine ausreichend große städtische Fläche von vier Hektar - bislang steht das Freibad auf zwei Hektar und die neuen Bäder in Neunkirchen und St. Ingbert benötigten ebenfalls je zwei, führte der OB aus. Das alles lasse Raum für Erweiterungen, die das Schwimmen drinnen und draußen, das im ersten Schritt geplant sei, um Wellness und um medizinische Nutzung ergänzen könnten.Aus der Sonne ging es ins Erbacher Haus der Begegnung, das sei, so der OB, ungewohnt, aber dem Umstand geschuldet, dass man hier miteinander reden könne. Das schloss auch die vielen Besucher, die neben den Ausschussmitgliedern gekommen waren, mit ein. Zunächst ging es aber erneut um die Haushaltsbegleitbeschlüsse, deren Notwendigkeit, um einen Sanierungshaushalt zu vermeiden. Dieser würde die Stadt zur Handlungsunfähigkeit verdammen. Nachdem hier zum Teil die Emotionen hoch schlugen, nahm der Vortrag des stellvertretenden Bauamtsleiters und Leiters der Unteren Bauaufsichtsbehörde, Hans-Peter Roland, den Befürwortern des alten Freibads als Standort für ein neues Kombibad ziemlich den Wind aus den Segeln. Er führte unter anderem verschiedene Schutzzonen, zum Beispiel die Wasserschutzzone zwei an - was einem "generellen Bauverbot" gleichkomme. Eine Ausgliederung aus dieser Zone werde es hier seines Wissensstands nach nicht geben. Dazu komme: "Wir wissen, dass hier Altlasten im Boden liegen", nach einem alten Gutachten gehe es um einen möglichen Umfang von 26 000 Kubikmetern, die entsorgt werden müssten. Dies würde nicht unerhebliche Mehrkosten verursachen. Fragen dazu gab's aus dem Publikum keine. Danach konnte Roland Lupp noch kurz erste Planungsskizzen fürs neue Bad vortragen: Das soll im Innenbereich ein auch wettkampftaugliches 25-Meter-Becken bekommen, zudem einen Nichtschwimmerbereich. Das große Becken soll auch im Sommer nutzbar sein, dazu solle mit Glaselementen, die zu öffnen sind, gearbeitet werden. Dazu komme ein Familienbereich mit Kleinkindbecken. Außen solle es dann ein kleineres Schwimmerbecken geben.

Gegen Ende der Sitzung wurde es dann noch einmal turbulent, als sich OB Schöner gegen einen Leserbrief in unserer Zeitung verwahrte, in dem Dr. Joachim Casper der Stadt, so Schöner, Begünstigung eines CDU-Stadtratsmitgliedes im Zusammenhang mit den Bad-Plänen an der "Hinkelsbix" vorgeworfen habe. < Weiterer Bericht folgt

Meinung

Abschied von Träumen

Von SZ-RedakteurinUlrike Stumm

Ein bisschen Abkühlung würde manchmal gut tun, und das in diesen Zeiten umso mehr, wenn es in Homburg recht hitzig zugeht, sobald irgendwo das Wort Freibadschließung oder Kombibad in den Mund genommen wird. Gestern nun holte die Stadt das nach, was sie längst hätte tun sollen: Sie vermittelte ihre Pläne und was hinter den Entscheidungen steckt.

Das Freibad bleibt zu, ein neues Bad wird an der "Hinkelsbix" gebaut: Diese Beschlüsse kamen Ende vergangenen Jahres ziemlich unvermittelt bei den Bürgern an. Und das Warum war für viele kaum nachzuvollziehen. Dabei wurde außer Acht gelassen: An sich sind die Neubau-Beschlüsse zum Wohl der Bürger und der Schwimmer gedacht. Und die damit verbundenen Härten der finanziellen Situation der Stadt geschuldet. Die Diskussion schaukelte sich hoch. Die Fronten verhärteten zusehends, gestern nun schienen sie zumindest bei einigen aufzubrechen.

Wie das so ist bei festgefahrenen Diskussionen: Manchmal kann eine sachliche Sicht auf die Dinge doch etwas bewegen. Die zeigte: Ein neues Bad dort zu bauen, wo jetzt das Freibad ist, scheint so gut wie unmöglich - und wenn, dann müsste hier noch deutlich mehr Geld in die Hand genommen werden. So werden sich die einen wohl von Träumen verabschieden müssen. Das ist nicht schön, aber notwendig. Es nutzt nichts, einen Erfolg zu teuer zu erkaufen - schon gar nicht, wenn Sparen das oberste Gebot ist.

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