"Viel Rückenwind für die Zukunft" In Bietzen "Heimvorteil" für KleinLauer: Bestätigung der guten ArbeitKlein: "Ein paar Stimmen mehr hätten es schon sein können"

"Viel Rückenwind für die Zukunft" In Bietzen "Heimvorteil" für KleinLauer: Bestätigung der guten ArbeitKlein: "Ein paar Stimmen mehr hätten es schon sein können"

Die Freude war Alexander Pinter deutlich anzumerken: "Wir sind überglücklich über dieses fantastische Ergebnis", sagte der Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes Merzig zum deutlichen Wahlsieg von Oberbürgermeister Alfons Lauer bei der OB-Wahl am Sonntag

Die Freude war Alexander Pinter deutlich anzumerken: "Wir sind überglücklich über dieses fantastische Ergebnis", sagte der Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes Merzig zum deutlichen Wahlsieg von Oberbürgermeister Alfons Lauer bei der OB-Wahl am Sonntag. "Wir sind stolz darauf, dass Alfons Lauer seine Zweidrittelmehrheit verteidigt hat", unterstrich Pinter, der sich vom Wahlerfolg vom Sonntag "jede Menge Rückenwind für die kommenden Jahre" verspricht. Aus Sicht des Merziger SPD-Chefs sei für den deutlichen Erfolg insbesondere "die gute Arbeit des Oberbürgermeisters in den letzten 17 Jahren" ausschlaggebend gewesen. Auch hätten die unfairen Angriffe der Gegenkandidaten im Wahlkampf-Endspurt das Gegenteil des gewünschten Effekts erreicht. Die Sozialdemokraten hätten mit einem so deutlichen Erfolg nicht gerechnet, bekannte Pinter: "Wir hatten erwartet, dass es nicht zu einer Stichwahl kommen wird, aber einen so klaren Vorsprung hat niemand erwartet." Dass die Wahlbeteiligung um sieben Prozent niedriger lag als bei der letzten OB-Wahl, finde er "nicht gut". Andererseits habe aber bei beiden Wahlen am Sonntag im Kreis keine Wechselstimmung geherrscht.Ein "Wechselbad der Gefühle" hat nach eigenem Bekunden Bernd Seiwert, Vorsitzender des Merziger CDU-Stadtverbandes, am Wahlabend erlebt: Seiwert war selbst als Wahlhelfer im Einsatz und hat dabei eine interessante Beobachtung gemacht: "Die Wähler haben sehr stark auf die Persönlichkeit bezogen abgestimmt. In meinem Wahlbezirk erreichte der SPD-Oberbürgermeister nahezu die gleiche Stimmenzahl wie die CDU-Landrätin." Die Wähler in Merzig hätten mehrheitlich keinen Wechsel gewollt, analysierte Seiwert. "Dennoch hat das Ergebnis mich in seiner Deutlichkeit überrascht." Den seitens der SPD erhobenen Vorwurf eines unfairen Wahlkampfs wies Seiwert zurück. Sowohl der Oberbürgermeister als auch die Landrätin hätten einen klaren Auftrag seitens der Wähler erhalten. Zur niedrigeren Wahlbeteiligung sagte der CDU-Chef: "Die meisten Wähler hatten nicht das Bedürfnis, etwas zu ändern. Zudem haben wir hier im Saarland noch nicht diese ganz lange Urwahl-Tradition wie in anderen Regionen der Republik." Das müsse sich noch entwickeln.

Ein großes Lob zollte der Vorsitzende der Merziger Grünen, Klaus Borger, seinem Kandidaten: "Michael Rauch hat den Aufwärtstrend grüner Politik in der Stadt fortgesetzt und dem Wähler eine inhaltlich klare Alternative zu den anderen Kandidaten gegeben." Damit habe Rauch als einziger der vier Kandidaten seine Stimmenzahl verbessern können, während alle übrigen absolut an Stimmen verloren hätten. "Grüne Politik wird dank des engagierten Einsatzes unseres Kandidaten weiter an Fahrt gewinnen", so Borger. Aus Sicht des abgeschlagenen FDP-Bewerbers Patrick Maurer hat der negative Bundestrend für seine Partei auf die Merziger Wahl durchgeschlagen. "Aber die FDP hat Flagge gezeigt". > Seite C 3: Landrats-WahlMerzig. CDU-Herausforderer Manfred Klein konnte am Sonntag lediglich in seinem Wohnort Bietzen, wo er auch Ortsvorsteher ist, den "Heimvorteil" nutzen und am SPD-Amtsinhaber Alfons Lauer vorbeiziehen. Klein kam dort auf 61,2 Prozent der Wählerstimmen, Lauer nur auf 35,73. In allen anderen Stadtteilen hatte der OB deutlich die Nase vorn. Sein bestes Einzelergebnis fuhr der SPD-Wahlsieger in Weiler ein: 72,79 Prozent. Die Kandidaten Michael Rauch (Grüne) und Patrick Maurer (FDP) spielten bei der Stimmvergabe keine große Rolle. Rauch schnitt in Büdingen am besten ab, wo er 6,8 Prozent der Stimmen erreichte. Maurer holte mit 3,27 Prozent in Fitten sein bestes Ergebnis. cbe

Wie haben Sie den Wahltag verbracht?

Lauer: Am Sonntagmorgen habe ich zunächst einen Zehn-Kilometer-Lauf gemacht. Anschließend habe ich unser Mittagessen zubereitet. Danach habe ich gelesen und entspannt, bis unsere engsten Freunde zu uns kamen, mit denen wir gemeinsam gegen 17.45 Uhr ins Neue Rathaus gefahren sind, wo die Familie und weitere Freunde warteten.

Wie bewerten Sie Ihren deutlichen Wahlerfolg?

Lauer: Das ist eine erneute eindrucksvolle Bestätigung meiner Arbeit und die der gesamten Stadtverwaltung. Sie bedeutet zudem eine kräftige Stärkung und erhebliche Schubkraft für unsere zukünftige Arbeit.

Was werden die Schwerpunkte Ihrer Arbeit als Oberbürgermeister in der kommenden Amtszeit sein?

Lauer:·Verkehrsentlastung, Forcieren des Krippenausbauprogramms, Aufwertung des Kirchplatzes, Reaktivierung der Markthalle, weitere Verbesserung der Infrastruktur im Sport- und Freizeitpark, Ausbau der Marke "Festivalstadt". Zudem die weitere Stärkung der Innenstadt, die Fortsetzung des Dorfkernsanierungsprogramms und die Weiterentwicklung zur Null-Emissions-Kommune.

Was sagen Sie zur Wahlbeteiligung von nur 53 Prozent?

Lauer: Verglichen mit der Wahlbeteiligung auf Landkreisebene oder der OB-Wahl in Saarbrücken mit nur 35 Prozent sind 53 Prozent kein schlechter Wert. Wünschenswert wäre natürlich eine noch stärkere Wahlbeteiligung. Für viele, mit denen meine Freunde oder ich gesprochen haben, war der Wahlausgang aber ohnehin klar, so dass im Ergebnis viele Menschen den Weg zur Wahlurne nicht gefunden haben. Merzig. Manfred Klein nahm seine Niederlage gefasst auf: "Ich kann mit diesem Ergebnis leben", bekannte der unterlegene CDU-Herausforderer bei der Merziger Oberbürgermeisterwahl, nachdem am Sonntagabend die Stimmen alle ausgezählt waren. 27,2 Prozent der Wählerstimmen hatte Klein erreicht und lag damit deutlich hinter dem SPD-Amtsinhaber Alfons Lauer, der mit 66,1 Prozent auf Anhieb die Wiederwahl schaffte. "Ein paar Stimmen mehr hätten es aber schon sein dürfen", räumte Klein ein. Er hätte gerne den großen Abstand zwischen SPD-Amtsinhaber und CDU-Herausforderer von über 5000 Stimmen bei der letzten Wahl 2003 etwas verringert, aber das sei ihm nicht gelungen. Der Wähler habe vielmehr eine deutliche Legitimation für den amtierenden Oberbürgermeister ausgesprochen.

Herausforderer Manfred Klein studiert die eingehenden Ergebnisse.

Das Wahlergebnis habe gezeigt, dass die Themen, auf die er im Wahlkampf seinen Schwerpunkt gerichtet habe, in der Stadt wenig präsent gewesen seien, fand der CDU-Kandidat. Dennoch, bekräftigte Klein, werde er sich von der Wahlschlappe in seiner kommunalpolitischen Arbeit nicht entmutigen lassen. cbe

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