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Viel mehr Krankmeldungen wegen Wespenstichen im Saarland

Auswertung der IKK Südwest : Deutlich mehr Krankmeldungen wegen Wespenstichen im Saarland als im Vorjahr

Arbeitnehmer im Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen sind in diesem Sommer besonders häufig wegen Wespenstichen krankgeschrieben. Die IKK Südwest verzeichnet diesbezüglich bereits jetzt mehr Krankschreibungen als im gesamten vergangenen Jahr 2021 und gibt Betroffenen Tipps.

Die Trockenheit treibt mehr Wespen in die Region und das führt wohl auch zu mehr Ausfallzeiten in den Betrieben im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Hessen. Die IKK Südwest hat bereits Ende Juli mehr Krankschreibungen verzeichnet als im gesamten vergangenen Jahr. 2021 meldeten sich 179 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Hessen mit der Diagnose „Insektenstich“ krank. Bis Juli 2022 sind es laut IKK Südwest schon 222 Krankmeldungen.

Meist keine langen Krankschreibungen

„Die Wahrnehmung vieler, wonach es dieses Jahr mehr Wespen in der Region gibt, bildet sich derzeit auch in unseren Zahlen ab. Die Krankmeldungen sind auf einem auffällig hohen Niveau“, erläutert Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest. Die meisten Betroffenen seien allerdings nur ein bis zwei Tage krankgeschrieben. „Nur ganz vereinzelt führen schlimmere allergische Reaktionen zu längeren Krankschreibungen von mehr als einer Woche“, so Loth. Durch schnelles und richtiges Handeln könnten Arbeitsausfälle teilweise vermieden werden. Auch um Arztpraxen und Notaufnahmen nicht „unnötig“ zu überlasten, sei es wichtig, zu wissen, wann ein Wespenstich vom Arzt versorgt werden müsse, meint Loth.

Diese Symptome können nach einem Wespenstich auftreten

Von einem Notfall sprechen Experten, wenn ein schmerzhafter Stich zu einem allergischen Schock führt. „Da sich ein allergischer Schock meist innerhalb von Minuten entwickelt, muss zügig ärztliche Hilfe aufgesucht oder der Rettungsdienst verständigt werden“, sagt Susanne Biehl, Oberärztin in der Zentralen Notaufnahme des Winterberg-Klinikums Saarbrücken. „Wenn zusätzlich zu der Lokalreaktion, also zu Schwellung, Schmerzen oder Rötung, allgemeine Symptome auftreten, ist Vorsicht geboten. Übelkeit, Unwohlsein, Erbrechen, Bauchschmerzen, Atemnot und Kreislaufprobleme sind Anzeichen für eine schwere allergische Reaktion, die unmittelbar ärztlich behandelt werden muss“, warnt Biehl.

Einen Wespenstich im Mund- oder Rachenraum sollten Betroffene ebenfalls sicherheitshalber medizinisch abklären lassen – auch bei vermeintlich harmlosen Schwellungen. Auch nach einigen Tagen und ohne schwere allergische Reaktion könne eine ärztliche Abklärung noch notwendig werden. „Wenn eine Besserung der Rötung, der Schmerzen und der Schwellung nach einigen Tagen ausbleibt, und insbesondere dann, wenn zusätzlich Fieber auftritt, besteht der Verdacht auf eine Infektion des Stiches. Eventuell ist dann eine antibiotische Therapie erforderlich“, sagt Biehl.

Erste Hilfe nach Wespenstich

Als Erste Hilfe nach einem Wespenstich empfiehlt die Oberärztin Hitze: „Das Wespengift besteht aus Eiweißen, auf die der Körper reagiert. Hitzestifte, wie sie zum Beispiel in Apotheken erhältlich sind, zerstören diese Eiweiße. Im Verlauf helfen dann kühlende Maßnahmen wie kaltes Wasser oder Kühlelemente. Bei diesen sollte jedoch direkter Hautkontakt vermieden werden, um Erfrierungen zu verhindern.“