1. Saarland

Vertrauen in die Medizin schaffen

Vertrauen in die Medizin schaffen

St. Wendel. Das Marienkrankenhaus in St. Wendel hat einen neuen Chefarzt für Innere Medizin. Dr. Ernst-Willi Theobald (58) löst Dr. Hans Jürgen Schönenberger ab, der auch als ärztlicher Direktor fungierte und zum Jahreswechsel in den Ruhestand trat. Dr

St. Wendel. Das Marienkrankenhaus in St. Wendel hat einen neuen Chefarzt für Innere Medizin. Dr. Ernst-Willi Theobald (58) löst Dr. Hans Jürgen Schönenberger ab, der auch als ärztlicher Direktor fungierte und zum Jahreswechsel in den Ruhestand trat. Dr. Theobald ist bereits seit 25 Jahren als leitender Oberarzt in der Marienhausklinik beschäftigt und konnte sich in dieser Zeit eine erhebliche Kompetenz in der Anwendung neuer technischer Verfahren zur Diagnostik und zur Behandlung von Krankheiten des Herzens und der Lunge sowie des gesamten Verdauungstrakts aufbauen. Und darauf ist der neue Chefarzt, der auf die Stärken seiner 88 Betten umfassenden Abteilung - plus zwölf interdisziplinäre Intensiv-Betten - setzt, durchaus stolz. Dazu gehören auch fünf zusätzliche Betten für die spezielle Behandlung von Schlaganfall-Patienten, für die auch Neurologen zur Verfügung stehen. "Durch den Zugriff auf modernste diagnostische Verfahren und Geräte ist eine optimale Behandlung von Patienten mit Gallensteinen, mit Problemen der Bauchspeicheldrüse, mit Tumoren oder Magengeschwüren und den anderen Erkrankungen des Verdauungstraktes sichergestellt", sagt der neue Chefarzt im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch habe er die Intensivmedizin mit aufgebaut und geleitet und dabei beträchtliche Erfahrung mit schwerstkranken Patienten gesammelt.Zur Verzahnung der einzelnen Heilmethoden weist Dr. Theobald auf die enge Kooperation mit seinen Kollegen aus der Chirurgie hin, mit denen er sich im Einzelfall darüber auseinanderzusetzen hat, wie man krankhaften Wucherungen oder Fehlfunktionen der Organe mit operativen Eingriffen am besten zu Leibe rückt: "Diese Zusammenarbeit bietet somit die beste medizinische Qualität für unsere Patienten." Einerseits, so fährt der Mediziner fort, sei der Einsatz modernster Technik "für die Versorgung unserer Patienten auf höchstem Niveau unerlässlich", andererseits müsse aber der einzelne Patient, der menschliche Aspekt in der medizinischen Versorgung, im Vordergrund stehen. Und deswegen dürften den neuen Chefarzt auch manche Kosten-Nutzen-Debatten ziemlich nerven. Dann sagt er Sätze wie diesen: "Die Menschlichkeit darf im Krankenhaus nicht zu kurz kommen, obwohl gerade dieser Aspekt unter dem zunehmenden Druck der Wirtschaftlichkeit zu leiden hat." Theobald verweist darauf, dass es sich bei seiner Klinik um eine Einrichtung der Grund- und Regelversorgung handelt, die bei der stationären Behandlung von Krankheiten die erste Anlaufstation für die Menschen im St. Wendeler Land darstellt.

Aber hinter all den Apparaten, mit denen man kompetent umgeht, hinter den Heilverfahren, die man auf den Einzelnen mit seinem Leiden abstimmt, sieht sich der Mediziner noch vor einer weiteren Herausforderung: "Eine wesentliche Aufgabe besteht darin, durch menschliche Zuwendung dem Patienten die Angst vor dem Krankenhaus zu nehmen und dadurch Vertrauen zu schaffen." Wobei er sich wünscht, trotz des wachsenden Zeitdrucks in den Kliniken öfter mehr Zeit für die Menschen zu haben. Die Aufmerksamkeit des neuen Chefs gilt auch den Pflegekräften, deren Motivation er als wesentliches Anliegen der Führungskräfte ansieht: "Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter immer stolz auf ihr Krankenhaus sind." "Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter immer stolz auf ihr Krankenhaus sind."

Dr. Ernst-Willi Theobald

Zur Person

Beim neuen Chefarzt in St. Wendel handelt es sich um ein komplett saarländisches Eigengewächs. Dr. Ernst-Willi Theobald wurde im Mai 1954 in Schiffweiler geboren, machte sein Abitur in Neunkirchen und studierte von 1973 bis 1979 Medizin an der Uniklinik in Homburg. Seine Ausbildung vollzog sich an der Klinik in Sulzbach sowie am evangelischen Krankenhaus in Saarbrücken. Seit April 1987 war er leitender Oberarzt am Marienkrankenhaus St. Wendel. Zu seinen Hobbys zählt er Wandern, Radfahren, Lesen und Fotografieren. Lange Zeit war er aktiver Fußballer. Theobald ist verheiratet und hat einen inzwischen erwachsenen Sohn, der sich, wie der Vater, zum Facharzt für Innere Medizin ausbilden ließ. gf