Verträge für die Baumwollspinnerei sind unterzeichnet

Verträge für die Baumwollspinnerei sind unterzeichnet

St. Ingbert. Der Kaufvertrag zur Alten Baumwollspinnerei, den die Stadt St. Ingbert und die Grundstücksverwaltung GmbH & Co. KG von Werner Deller in dieser Woche geschlossen haben, war am Donnerstag ein Thema im Stadtrat. Vorab hatte die Stadtverwaltung bereits die Presse informiert. Und zum Pressetermin war vorm Sitzungssaal im St

St. Ingbert. Der Kaufvertrag zur Alten Baumwollspinnerei, den die Stadt St. Ingbert und die Grundstücksverwaltung GmbH & Co. KG von Werner Deller in dieser Woche geschlossen haben, war am Donnerstag ein Thema im Stadtrat. Vorab hatte die Stadtverwaltung bereits die Presse informiert. Und zum Pressetermin war vorm Sitzungssaal im St. Ingberter Rathaus ein Schreibtisch aufgestellt, an dem Oberbürgermeister Georg Jung mit Werner Deller als Nebenmann noch seine Unterschrift unter den Baumwollspinnerei-Vertrag setzte.Der eher symbolische Schulterschluss der beiden Partner für das künftige Kultur- und Bildungszentrum an der Wollbachstraße, war zeitlich allerdings ein Klacks gegen die notarielle Vertragsunterzeichnung, die am vergangenen Montag in der Kanzlei des St. Ingberter Notars Wilhelm Burgemeister über die Bühne gegangen war. "13 Stunden lang hat der Beurkundungstermin gedauert", berichtete Martin Ruck. Der Baudirektor, der die Stadt vertrat, und Alteigentümer Werner Deller mussten mit ihren jeweiligen Rechtsberatern von neun bis 22 Uhr ausharren, ehe der Notar jede der rund 1000 Seiten verlesen hatte, die der Kaufvertrag zur Baumwollspinnerei umfasst.

Dass der Vertrag eine solch dicke Schwarte ist, hängt unter anderem damit zusammen, dass neben dem eigentlichen Kaufvertrag auch Grunddienstbarkeiten vereinbart wurden. Das heißt: Vertragsgegenstand sind auch eine Fülle von Absprachen, wer und was sich auf den drei Geländeteilen Spinnerei, Baumwolllager und Trafogebäude ansiedeln soll. Konkret hat die Stadt St. Ingbert nun 63 Prozent des Baumwollspinnerei-Komplexes erworben, die übrigen Teile gehören fortan der Gesellschaft von Werner Deller. Als Kaufpreis für ihren Anteil bezahlt die Stadt St. Ingbert 9,45 Millionen Euro. Auch wenn diese nicht Bestandteil des Vertrages sei, erinnerte Ruck dennoch ausdrücklich an die "Förderkulisse". Rund 6,85 Millionen Euro fließen aus Zuschüssen, der somit bei der Stadt verbleibende Eigenanteil belaufe sich auf 2,69 Millionen Euro.

Vertraglich fix sind jetzt hingegen andere Details: So erwirbt die Stadt ihr Teileigentum schlüsselfertig von Deller, der fortan als Bauträger für das Kultur- und Bildungszentrum fungiert. In dem Festpreisvertrag ebenfalls festgelegt, ist ein, so der Baudirektor "ambitionierter Termin der definitiven Fertigstellung", nämlich der 30. April 2013.

"Es geht los", wie laut Stadt das Motto in den kommenden Wochen und Monaten an der Baumwollspinnerei lauten wird, soll es tatsächlich am kommenden Donnerstag, 6. Oktober, heißen. Dann ist nachmittags der erste Spatenstich für die Umbauarbeiten vorgesehen. Dazu werden auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und mehrere Landesminister in St. Ingbert erwartet. Im gleichen Rahmen wird der Internetauftritt starten, der das Bauprojekt bis 2013 in allen Schritten begleiten soll. Auf der Homepage findet sich auch der Name, der sich künftig für das Projekt nicht nur bei den St. Ingbertern einprägen soll: die Neue Baumwollspinnerei. schet

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