Verstopfter Ablauf lässt Gewässer wachsen

Verstopfter Ablauf lässt Gewässer wachsen

Völklingen. Unversehens hat sich ein Wunsch vieler Kritiker des Umbaus und der Verkleinerung des Warndtweihers erfüllt. Nachdem ein neu geschaffener Ablauf verstopft wurde, hat das Gewässer wieder eine Größe wie zu seinen besten Zeiten erreicht

Völklingen. Unversehens hat sich ein Wunsch vieler Kritiker des Umbaus und der Verkleinerung des Warndtweihers erfüllt. Nachdem ein neu geschaffener Ablauf verstopft wurde, hat das Gewässer wieder eine Größe wie zu seinen besten Zeiten erreicht. Künstlicher Sandstrand, Landzunge, neu gestaltetes Ufer und frisch gesetzte Bäume sind buchstäblich abgesoffen, und der Wasserspiegel reicht nahezu wieder bis an den alten Ablauf, der im Volksmund auch "Hochwasser-Talsperre" genannt wird, heran.

Patrick Kerner, langjähriger Wirt am Warndtweiher, schildert die Eindrücke seiner Gäste: "Die ganze neue Anlage ist nicht mehr zu erkennen. Es ist jetzt wieder ein Naturweiher geworden. Und die Leute fragen sich erneut, warum dort so viel Geld hineingesteckt wurde."

Der Wasserspiegel hat, wie Beobachter sagen, schon lange vor dem Unwetter mit Rekord-Regen am 6. Juni zu steigen bekommen. Von daher kursieren auch Gerüchte, dass die Verstopfung des Abflusses keine natürliche Ursache habe.

"Irgendwie ist das Rohr zugegangen. Man sagte, es war der Nabu, aber das stimmt nicht", sagt derweil Wolfram Doerr (Foto: Lange), der sich mit der Nabu-Ortsgruppe Warndt seit Jahrzehnten um die Fauna und Flora im Weiher kümmert. Für den Naturschutz sei der steigende Wasserspiegel nicht gut gewesen, da zu diesem Zeitpunkt der Laich noch gelegen habe und 50, 60 Zentimeter weit vom Wasser überspült worden sei. Doch Gott sei Dank sei ein Großteil der Amphibien heil herausgekommen.

Im Juni 2008 hatten der damalige Umweltminister Stefan Mörsdorf und Oberbürgermeister Klaus Lorig gemeinsam den "neuen" Warndtweiher vorgestellt. Rund 210 000 Euro hatten die Stadt Völklingen und das Saar-Umweltministerium zusammen für den Umbau hingelegt. Der Weiher war auf rund ein Drittel seiner ursprünglichen Fläche verkleinert worden. Damalige Begründung: Er sollte auch in heißen Sommern, wie 2006 geschehen, nie wieder austrocknen.

Geplant und gebaut hatte den "neuen" Weiher die Montan-Grundstücksgesellschaft (MGG), die heute RAG Montan Immobilien (MI) GmbH heißt. Deren Büro Saar teilte auf SZ-Anfrage mit, für das Problem mit dem verstopften Abfluss sei die Stadt Völklingen verantwortlich. Aus dem Rathaus wiederum hieß es, der Fachdienst Stadtplanung und Stadtentwicklung habe sich die Lage am Weiher angesehen, nachdem die Stadt im April von dem verstopften Rohr erfahren habe. Ergebnis: Aus Totholz und anderer Biomasse habe sich vor dem neuen Überlauf wohl ein Pfropfen gebildet und den vielen Regen aufgestaut, der zu Jahresbeginn fiel. So konnte sich im hinteren, zwischenzeitlich ausgetrockneten alten Weiher-Teil wieder Wasser ausbreiten. Man habe aber nach Rücksprache mit dem Nabu darauf verzichtet, es kurzfristig abzulassen: Wegen des Froschlaichs hätten die Naturschützer gebeten, vor Juli nicht einzugreifen. Demnächst sei ein Gespräch zwischen Stadt, Saarforst und RAG MI geplant, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Dabei geht es offenbar darum, eine langfristige Lösung für das Abfluss-Problem zu finden. Denn es ist eins, auch für den Nabu-Mann Wolfram Doerr. Aus Sicht der Besucher, die zu 85 Prozent gegen die Verkleinerung seien, sehe der Weiher im Moment "zweifellos gut aus", sagt er. Aber die Situation sei auch nicht unbedenklich: Der versunkene Bewuchs faule im Wasser, und der Wasserknöterich habe sich explosionsartig vermehrt.

Der Warndt-Weiher sieht fast wieder aus wie früher. Foto: Jenal.