Versöhnliches Ende einer durchwachsenen Saison

Ludweiler. Noch 30 Sekunden zu spielen. Es steht 69:70. Kyle Camper setzt zum Wurf an. Er trifft nicht. Doch Ivan Buntic fängt den Rebound, setzt zum Sprung an und wird gefoult. Die Zuschauer halten den Atem an. Ivan steht an der Freiwurflinie, dribbelt, fixiert den Korb und trifft - zwei Mal. Die Zuschauer sind begeistert und springen von ihren Bänken auf

 Matchwinner Stefan Grimm (links) und seine Teamkollegen bedanken sich bei den Zuschauern für die Unterstützung. Foto: Wieck

Matchwinner Stefan Grimm (links) und seine Teamkollegen bedanken sich bei den Zuschauern für die Unterstützung. Foto: Wieck

Ludweiler. Noch 30 Sekunden zu spielen. Es steht 69:70. Kyle Camper setzt zum Wurf an. Er trifft nicht. Doch Ivan Buntic fängt den Rebound, setzt zum Sprung an und wird gefoult. Die Zuschauer halten den Atem an. Ivan steht an der Freiwurflinie, dribbelt, fixiert den Korb und trifft - zwei Mal. Die Zuschauer sind begeistert und springen von ihren Bänken auf. Die Warndthalle in Ludweiler steht Kopf.

Mit 71:70 gewannen die Baskets 98 am Samstagabend gegen den Tabellenvierten Makkabi Frankfurt. Mit einem echten Basketball-Krimi, der besonders in den letzten Minuten an Spannung nicht zu überbieten war, schlossen die Völklinger ihre Saison in der 2. Regionalliga ab.

"Es freut mich sehr, dass unser Youngster Ivan den entscheidenden Punkt gemacht hat. Das ist die Belohnung für sein vieles Training", lobte Trainer Jörg Arand seinen Schützling. Dabei lagen die Baskets zwischenzeitlich sogar mit 15 Punkten hinten, beispielsweise beim 35:50 in der 24. Minute. Die Frankfurter nutzten ihre Vorteile und die Schwächen der Völklinger in der ersten Halbzeit konsequent aus.

Mit sechs Spielern waren die Aternativen auf der Ersatzbank des Gegners doppelt so groß wie die der Gastgeber. Der Frankfurter Trainer Freddy Glisic wechselte ständig durch, während Baskets-Coach Jörg Arand auf einen schmalen Kader setzen musste. Mit Christian Bruns und Pascal Zimmer fehlten zwei der besten Schützen.

"Wir wussten, dass wir nur über die Defensive gewinnen können. Das hat die Mannschaft super umgesetzt", sagte Arand anerkennend. Entscheidend war vor allem das letzte Viertel. 49:58 stand es nach drei Vierteln. Dann begann die Aufholjagd. Die Mannschaft spielte am Limit und mobilisierte ihre letzten Kräfte. "Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal durchgespielt habe", sagte Stefan Grimm, total erschöpft, aber glücklich, nach dem Spiel. Mit 21 Punkten war er der Mann des Spiels. "Der Stefan hat das Spiel seines Lebens gemacht", fand auch der Trainer.

In der Tabelle liegt Völklingen nun auf dem siebten Platz. "Die Saison hat unterirdisch begonnen, deswegen können wir eigentlich nicht zufrieden sein. Aber wir haben die Liga gehalten - und das zählt", zog Achim Münzebrock Bilanz. Trainer und Vorstand stimmten ihm zu. "Der Vorstand hat aus seinen Fehlern gelernt. In der nächsten Saison wird es einen kleinen Umbruch geben", erklärte die Vereinsvorsitzende Beate Anders. "Wir wollen unser Team verjüngen. Die Gespräche mit jungen Talenten aus dem Umkreis laufen bereits. Ein oder zwei Profispieler aus dem Ausland werden auch noch hinzukommen", verriet der Trainer. Die Mannschaft verlassen wird sehr wahrscheinlich niemand. Nur der Verbleib von Kyle Camper ist noch ungewiss. "Wenn wir uns finanziell einigen können, würde ich gerne noch bleiben", sagte der Amerikaner, der seit Anfang diesen Jahres die Baskets verstärkt. "In der nächsten Saison wollen wir mit der Mannschaft unter die ersten Drei. Der Aufstieg in die 1. Regionalliga wäre natürlich noch schöner", blickte die Vereinsvorsitzende Anders in die Zukunft. "Der Stefan

hat das Spiel seines Lebens gemacht."

Trainer Jörg Arand über Stefan Grimm

hintergrund

Die Baskets 98 Völklingen beendeten die Saison in der Regionalliga Südwest/Nord auf Rang sieben - mit neun Siegen und elf Niederlagen in insgesamt 20 Spielen (29 Punkte). Damit stehen die Völklinger am Ende eines breiten Mittelfeldes, das praktisch bei Platz drei beginnt (TV Kirchheimbolanden, 31 Punkte). Meister ist der TuS Treis-Karden (38 Punkte). red

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