1. Saarland

Verschiedenheit erzeugt Spannung

Verschiedenheit erzeugt Spannung

Zwei Künstler, von Grund auf verschieden und doch durch eine gemeinsame Inspiration in ihren Werken verbunden. Das bietet sich zurzeit den Besuchern des St. Wendeler Museums, wo die Ausstellung „Hugo Boguslawski und Jörg Mathias Munz – Eine Begegnung“ eröffnet wurde.

"Seit 20 Jahren gibt es bei uns immer wieder Ausstellungsreihen, in denen sich zwei Künstler begegnen, deren Arbeiten eigentlich grundverschieden sind, die aber dennoch eine Gemeinsamkeit haben", erklärte Museumsleiterin Cornelieke Lagerwaard. Bei Jörg Matthias Munz und Hugo Boguslawski besteht dieses gemeinsame Moment in der Wahl ihres Motivs. Beide Künstler haben sich für figurative Naturdarstellungen entschieden, die sie mit Pinsel und Ölfarben auf die Leinwand bringen. Doch dann enden auch schon die Gemeinsamkeiten, denn der Ansatz und die Arbeitsweise von Munz und Boguslawski sind völlig unterschiedlich.

Die Bilder von Jörg Mathias Munz entstehen während des Arbeitsprozesses. Er stellt sich vor die Leinwand, beginnt zu malen und erst allmählich erscheint Landschaftliches. "Aber er arbeitet nicht nach der Natur", verdeutlicht Lagerwaard, "sondern wie die Natur, die Landschaften im Laufe der Zeit aufbaut und wieder zerstört". Das Ergebnis des Schaffensprozesses ist dann am Ende auch kein Abbild einer realen Naturkulisse, sondern der schemenhafte Verweis auf den Kern aller Landschaften.

Momente aus der Natur

Hugo Boguslawski hingegen geht bei seinen Bildern sehr methodisch vor und arbeitet schon zu Beginn mit einem Plan im Kopf. "Er nutzt konkrete Momente aus der Natur, kristallisiert sie aus ihrer Umgebung heraus und lässt nach Plan neue Schichten entstehen", erklärt Lagerwaard. So finden sich auf Boguslawskis Bildern wirbelnde Blätter, leuchtend bunte Blüten oder auch Fußspuren im Schnee, die in ihrer Form durchaus erhalten, aber durch ihre Anordnung auf den ersten Blick auch nicht immer zu erkennen sind.

Mit diesen beiden, auf den ersten Blick so verschiedenen Künstlern, bietet das Museum St. Wendel eine äußerst interessante Ausstellung. "Es ist sehr spannend mit Jörg Mathias Munz gemeinsam auszustellen", sagt Boguslawski und betont das Spiel zwischen Gemeinsamkeit und Unterschied. "Genau wie ich holt er seine Inspiration in der Landschaft, aber dann geht es auch schon in zwei völlig verschiedene Richtungen und das macht es so interessant." Auch Munz sieht darin den Reiz der Ausstellung. "Außerdem ist es auch schön, mal eine Ausstellung zu haben, in der sich wirklich alle Werke ausschließlich um die Natur drehen", ergänzt der Künstler.

Zusätzlich zu der Ausstellung bieten Boguslawski und Munz am Donnerstag, 12. Dezember, ein Werkgespräch an, bei dem sie interessierten Besuchern Rede und Antwort stehen werden. Außerdem veranstaltet Munz am 14. und 21. Dezember sowie am 11. Januar Mal-Workshops für Kinder. Einen kleinen Ausblick auf die Workshops gab Künstler Munz schon am Sonntag. "Mir wird vor allem wichtig sein, den Kindern die Freiheit zu lassen, zu malen, worauf sie Lust haben", verrät der Künstler. Lediglich in Fragen der Technik werde er die jungen Teilnehmer begleiten.