1. Saarland

Verdacht auf fünffachen Mord: Pfleger mit Persönlichkeitsstörung

Verdacht auf Serienmord in Völklinger Klinik : Intensivpfleger leidet nach Gutachter-Ansicht unter Persönlichkeitsstörung

Daniel B. (27) soll als Intensivpfleger in Völklingen fünf Schwerkranke getötet haben. In einem früheren Betrugsprozess bescheinigte eine Sachverständige ihm eine „narzistische Persönlichkeitsstörung“.

Selbstverliebt, geltungsbedürftig, hochstapelnd und die eigenen Fähigkeiten massiv überschätzend – so werden Leute beschrieben, die unter einer so genannten „narzistischen Persönlichkeitsstörung“ leiden. Daniel B., der 27 Jahre alte Intensivpfleger, der jetzt im dringenden Verdacht steht, zwischen März 2015 und März 2016 fünf schwerkranke Patienten auf der Intensivstation der SHG-Klinik in Völklingen getötet zu haben, soll unter dieser Krankheit leiden. Zu dieser Einschätzung kam jedenfalls nach Angaben der Justiz eine Gutachterin in einem früheren Prozess vor dem Amtsgericht Saarbrücken.

Dort wurde Daniel B. in dem Verfahren 10 Js 58/17 im August vergangenen Jahres zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt, die er derzeit in der Justizvollzugsanstalt auf der Saarbrücker Lerchesflur verbüßt. Vor dem Gericht legte B. damals, so die Angaben der Staatsanwaltschaft, ein „vollumfängliches Geständnis“ ab. Er bestätigte damit die Anklagevorwürfe von Diebstahl und Betrug in 26 Fällen. Unter anderem räumte er ein, auf der Station zwölf der Völklinger Klinik im März 2016 die Gemeinschaftskasse mit 860,45 Euro Bargeld gestohlen zu haben. Dem aber nicht genug. Zwischen April 2017 und März 2018 kaufte er im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Baden Württemberg groß ein, und gaukelte seine Zahlungsfähigkeit mit einer manipulierten EC-Karte vor. Dabei hatte er es vorwiegend auf Luxusgüter abgesehen, wie etwa acht Rolex-Uhren, drei Uhren der Marke Breitling, zwei Omega-Uhren. Auf seiner Einkaufsliste standen zudem hochwertige Maschinen wie eine Heckenschere und Motorsägen, ein Freischneider und schließlich ein teures Mountainbike und ein E-Bike.

Die betrügerische Masche des Intensivpflegers, der 2017 auch kurzzeitig an der Uniklinik in Homburg beschäftigt war, flog auf. Seit dem 14. März 2018 sitzt er hinter Gittern.

Das Saarbrücker Amtsgericht kam in seinem Urteil zu dem Ergebnis, dass B. nach eigenen Angaben bereits als Jugendlicher Verhaltenstendenzen entwickelt hatte, sich vor sich selbst und anderen erfolgreicher darzustellen, als er tatsächlich war. Er strebte demnach nach einem luxuriösen Lebenstil, den er auf Kosten Dritter und über Kredite finanzierte. In dem Urteil ist von einer „durchgehend narzistisch und disozial geprägten Persönlichkeitsstruktur, verbunden mit einer stark konsumorientierten Anspruchshaltung“ zu lesen.

Im laufenden Ermittlungsverfahren wegen fünffachen Mordes und zweifachen Mordversuchs an Patienten besteht, so die Staatsanwaltschaft, der Verdacht, dass Daniel B. jeweils „in der Absicht handelte, bei den Patienten einen reanimationspflichtigen Zustand herbeizuführen“, um anschließend selbst Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen zu können.