Verbot zeigt Sorge der Eltern "Die Schüler werden vertreten"

Saarlouis. Handy-Verbot am MPG Saarlouis: Worum es dabei eigentlich geht, hält Christine Tull aus Überherrn, Elternsprecherin einer zehnten Klasse am MPG, für wichtig. Sie selbst hat für das Verbot gestimmt und sagt, auch in den Klassen habe das Verbot die überwiegende Zustimmung aller Eltern gefunden

Saarlouis. Handy-Verbot am MPG Saarlouis: Worum es dabei eigentlich geht, hält Christine Tull aus Überherrn, Elternsprecherin einer zehnten Klasse am MPG, für wichtig. Sie selbst hat für das Verbot gestimmt und sagt, auch in den Klassen habe das Verbot die überwiegende Zustimmung aller Eltern gefunden. Kontakte verkümmern"Unsere Kinder und Jugendlichen werden wie nie zuvor von Handys, MP3-Playern und Computern vereinnahmt. Persönliche Gespräche und soziale Kontakte, treten in den Hintergrund. Die Konversation geschieht über SMS, ICQ, in Wortkürzeln, ohne vollständige Satzbildung", sagt Tull. Das Wort "Verbot" möchte sie deshalb so interpretieren: "Wir machen uns Sorgen um die Entwicklung unserer Kinder." Die Pausen betragen nur fünf, zehn und einmal 45 Minuten. "Warum soll es nicht möglich sein, sich in diesen wenigen Minuten im sozialen persönlichen Kontakt miteinander zu unterhalten und zu beschäftigen - ohne Ablenkung von MP3-Playern und Handys?" Auf Daniel Braun, der wie berichtet den Protest gegen das Vorhaben, die Schulordnung zu ändern, auf seine und die Fahnen der Jungen Liberalen geschrieben hatte, geht die Elternsprecherin ebenfalls ein. Wenn Braun den Schülern sage: "Die wollen uns Handys und MP3-Player verbieten - das lassen wir uns nicht gefallen", erntete er damit natürlich Zustimmung. Als sie ihrem Sohn den Hintergrund des Vorhabens erläutert hatte, habe der es jedoch sehr wohl verstanden. "Es ist wichtig, als Eltern Grenzen zu setzen", ist Tull überzeugt, "weil junge Leute nun mal nicht immer selbstverständlich das tun, was für sie besser wäre." Das Argument und Motiv für ein Handy-Verbot, oder -Verzicht, sei die elterliche Fürsorgepflicht. Dem Jungen Liberalen empfiehlt sie "die Auseinandersetzung mit seiner Partei, die in Regierungsverantwortung steht". Gemeinsam mit den Julis solle er darauf drängen, "dass für unsere junge Generation jetzt die Stunde Null ist und endlich in Bildung investiert wird: in kleinere Klassen, mehr Lehrpersonal, wirkliche Ganztagsschulen mit hochwertiger pädagogischer Betreuung, mit ausreichenden Kantinen für alle und einem vernünftigen Essensangebot". Wenn er das mit den Julis schaffe, hätte er wirklich was Positives zu vermelden.Saarlouis. Johannes Sicks vom Schülerbündnis Saarlouis bewertet es positiv, wenn am MPG zwischen der Nutzung von Handy und Co. in Schulräumen und auf dem Pausenhof unterschieden werden soll. "Jedoch hat das weniger mit den Bemühungen Daniel Brauns zu tun", sagt er. Auch der Flashmob von den Julis Wadgassen am MPG (wir berichteten) sei "eher ein Reinfall im Bemühen gewesen, wirklich konstruktiv das Multimediaverbot zu ändern". Brauns Wunsch, "künftig die Schüler gleich in Entscheidungsprozesse" mit einzubeziehen, sieht Sicks durch die Schülervertretung schon als vorhanden. Das Problem bestehe eher in einer mangelnden Durchlässigkeit von Informationen zu den Schülern. Das führe dazu, "dass die meisten gar nicht wissen, wie genau das Verbot aussehen soll und sie sich nur schwer eine eigene Meinung zu dem Thema machen können". pum

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