1. Saarland

Verbot „der letzten Sklaverei“

Verbot „der letzten Sklaverei“

Die Gründerin der Hilfsorganisation Solwodi, Lea Ackermann, hat sich dafür ausgesprochen, Prostitution zu ächten und Freier zu bestrafen. Sie erhielt dafür auf einer Veranstaltung in Saarlouis-Fraulautern viel Beifall.

Lea Ackermann, die Ordensschwester und Gründerin der internationalen Hilfsorganisation Solwodi, hat auf einer Veranstaltung von Frauenbeauftragten für eine Ächtung der Prostitution und die Bestrafung von Freiern geworben. Sie unterstützte dort einen entsprechenden Appell der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer.

Ackermann ist Erstunterzeichnerin des Aufrufs, der sich gegen das rot-grüne Prostitutionsgesetz von 2002 richtet. Dieses habe Deutschland zum "Bordell Europas" gemacht, man habe damit "die Prostitution salonfähig gemacht". Bordellbetreibern wie dem Stuttgarter Rotlichtkönig Jürgen Rudloff, der in Saarbrücken-Burbach investieren will, habe man es so erst ermöglicht, im Rotlichtmilieu reich zu werden. Das Ziel, dass sich Prostituierte sozial- und krankenversichern, sei dagegen nicht erreicht worden. Prostitution sei heute "die letzte Sklaverei", der Frauenhandel floriere.

Barbara Filipak von "Aldona", der Saarbrücker Beratungsstelle für Prostituierte, sprach sich dafür aus, Freier strafrechtlich zu belangen, wenn diese Hinweise auf Zwangsprostitution hätten wahrnehmen müssen. Das sei dann der Fall, wenn ein Freier das Geld gleich am Eingang eines Etablissements bezahle und nicht bei den Prostituierten selbst. Ihrer Meinung nach gibt es allerdings nicht nur Zwangsprostitution, sondern "auch Frauen, die gesehen haben, dass sie ihr Geld so besser verdienen können". So gebe es Prostituierte, die rund 2500 Euro in der Woche verdienen. Unabhängig davon, ob jemand dieser Tätigkeit freiwillig nachgehe, gelte jedoch: "Das saugt die Frauen unglaublich aus."

Zum Jahreswechsel könnte es zu Änderungen im Milieu kommen, sagte Filipak. Bisher hätten Frauen aus Bulgarien und Rumänien hier kein Bleiberecht gehabt, wenn sie ihren Lebensunterhalt durch eine abhängige Beschäftigung verdient hätten. Für viele habe sich daher die Prostitution angeboten, da Frauen diese Beschäftigung selbstständig ausübten. Ab dem 1. Januar ändere sich das. Dann hätten Bulgaren und Rumänen freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Polinnen und Tschechinnen hätten diesen freien Zugang schon früher erhalten und seien damals großenteils zugunsten einer Arbeitnehmertätigkeit aus dem Milieu ausgestiegen.