1. Saarland

Urweiler wird zum Obstbaum-Zentrum

Urweiler wird zum Obstbaum-Zentrum

Mit dem Tag des Obstbaumes und dem Pflanzen von drei Apfelbäumen startete der Kreisverband St. Wendel der Obst- und Gartenbauvereine am Samstag seine Aktion "100 Jahre Kreisverband - 100 Obstbäume".

Urweiler. "Mein Freund, der Baum" sang vor Jahren die Sängerin Alexandra. Während ihr Liedtext eher einen traurigen Inhalt hatte, war das Pflanzen von drei Apfelbäumen auf der Urweiler Gemarkung für die Vertreter des Landkreises und der Obst- und Gartenbauvereine am Samstag eher eine frohe Angelegenheit. Die Regenschauer, die ab und zu über der Streuobstwiese niedergingen, steckten die Gartenfreunde locker weg, auch in dem Bewusstsein, dass die drei frisch gepflanzten Freunde - ein Ontario und zwei Rote Boskop, zwei von insgesamt 2703 Sorten in Deutschland - sofort mit viel Wasser zum Anwachsen versorgt wurden.Der 20. Tag des Obstbaumes war in diesem Jahr vom Urweiler Obst- und Gartenbauverein auf einer Streuobstwiese von Martha Vollmann in der Verlängerung der Straße "An den zwei Kreuzen" ausgerichtet und gut vorbereitet worden durch Baumwart Werner Marx.

Dass auch dem Landkreis die Arbeit dieser Vereine wichtig ist, unterstrich der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) durch seine Anwesenheit und durch die Mithilfe beim Pflanzen der drei Apfelbäume. Zum 100-jährigen Bestehen des Kreisverbandes habe sich die Sparkassenstiftung, dessen Vorsitzender er sei, entschlossen, den Vereinen 100 Obstbäume zu stiften, um deutlich zu machen, welch wichtige Aufgaben sie seit vielen Jahren erfüllen. Zwar gebe es im Kreis derzeit noch mehr als 50 Vereine mit vielen tausend Mitgliedern. Es sei für sie jedoch schwierig geworden, ausreichend Nachwuchs zu finden. Die Obst- und Gartenbauer sorgten nach den Worten von Udo Recktenwald mit dafür, dass regionale Produkte in letzter Zeit stärker ins Blickfeld gerückt seien und immer mehr Abnehmer finden würden. Der Landkreis unterstütze ihre Arbeit, denn "was die Obst- und Gartenbauvereine tun, ist nicht nur wichtig für die Struktur unserer Landschaft, sondern auch für unser Klima."

Der Vorsitzende des Kreisverbandes, Rüdiger Rauber, kündigte an, dass die Vereine im Laufe des Jahres mit vielen Aktionen an die Öffentlichkeit treten würden. "Heute wird der Startschuss für das Pflanzen der Bäume gegeben", sagte Rauber. "Der größte Teil der gestifteten Bäume wird allerdings der besseren Zeit wegen erst im Herbst in den verschiedenen Orten gepflanzt." Diplom-Biologe Michael Keller von der Kreisverwaltung wies auf die Probleme mit dem so genannten "ungleichen Holzbohrer" hin, der in diesem Gebiet sein Unwesen in den Baumstämmen treibe. Nur das weibliche Tier sei flugfähig, bohre sich in den Stamm, trage die Sporen eines Pilzes bei sich und lege in der Behausung seine Eier ab. Es sei nicht einfach, den Schädling zu bekämpfen. Eine Möglichkeit sei das Aufstellen von Alkoholfallen. Auch ein anderes Tier bereitet nach Kellers Information den Obstbauern Ungemach, nämlich die Wühlmaus. Die Wurzeln der drei frisch gepflanzten Apfelbäume wurden deshalb zum Schutz vor der Wühlmaus mit einem Drahtkorb umgeben. Mehrere Baumwarte aus den Kreisvereinen demonstrierten anschließend an 30 Bäumen das fachgerechte Schneiden ohne den Einsatz von Leitern. Der Abschluss des "Tag des Obstbaumes" wurde zur Mittagszeit im Urweiler Kulturzentrum "Zur Krone" gestaltet.