1. Saarland

Urlaub vor der Haustür

Urlaub vor der Haustür

Homburg. Wenn man die neuesten Tourismus-Prognosen betrachtet, dann scheint dem Saarpfalz-Kreis in Zeiten der Finanz-Krise touristischer Zuwachs ins Haus zu stehen. Die neuesten Analysen der Tourismus-Industrie, die anlässlich der gerade zu Ende gegangenen weltgrößten Reisemesse in Berlin, der "itb", erstellt wurden, zeigen deutlich einen Trend zum Heimat- und Kurzurlaub

Homburg. Wenn man die neuesten Tourismus-Prognosen betrachtet, dann scheint dem Saarpfalz-Kreis in Zeiten der Finanz-Krise touristischer Zuwachs ins Haus zu stehen. Die neuesten Analysen der Tourismus-Industrie, die anlässlich der gerade zu Ende gegangenen weltgrößten Reisemesse in Berlin, der "itb", erstellt wurden, zeigen deutlich einen Trend zum Heimat- und Kurzurlaub. "Deutschland ist als Touristik-Land im Aufwind", verkündete auch Wirtschaftsminister Joachim Rippel, der persönlich am Saarland-Stand in Berlin zu Gast war. Er dürfte sich heimisch gefühlt haben, denn hinter der Bar, an der frisches Pils gezapft wurde, prangte ein Riesenposter mit einer beschaulichen Bliesgau-Landschaft bei Sonnenuntergang. Warum also weit verreisen? Insbesondere junge Familien seien von der Krise betroffen, heißt es in der Reiseanalyse des BAT-Instituts. Sie hielten sich zurück, denn das Budget muss kalkuliert werden: Kinder, Haus und Auto kosten Geld, da will man sich nicht mit einem Urlaub übernehmen. Der Saarpfalz-Touristik hat viel getan, um den Kreis attraktiv zu machen. Vor allem mit Elementen, die derzeit im Trend liegen: Stille, Weite, Natur, Inspiration. Vom Jakobsweg über Bioprodukte bis hin zu kindgerechten Spazierwegen durch die blühenden Streuobstwiesen hat unsere nähere Heimat da gute Aussichten. "Ich bin optimistisch", betonte Wirtschaftsminister Joachim Rippel, der als Homburger weiß, wie es in den schönen Ecken des Kreises aussieht. Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), betonte ebenfalls die wirtschaftliche Stellung der Destination Deutschland: Kein anderes Land habe im Jahr 2008 so oft im Urlaubskalender des Reiseweltmeisters gestanden wie die eigene Heimat. Gegenüber anderen Wirtschaftszweigen sei sich die Tourismusbranche allerdings ihres Vorteils bewusst: "Selbst bei knappen Budgets verzichten die Deutschen äußerst ungern auf ihre Urlaubsreisen." Diese sei fast ein selbstverständliches Grundbedürfnis, erklärte Meyer weiter. Dabei sei es egal, ob das der Bliesgau-Radweg sei oder eine Flugreise. Aus diesem Grund wirbt Meyer für Urlaub in Deutschland. "Wer in die Heimat reist, liegt nicht nur im Trend, sondern trägt auch zur nachhaltigen Stärkung der hiesigen Wirtschaft bei. So kann jeder Deutschlandreisende zur Stützung der Konjunktur beitragen." Im Hinblick auf die steigende Nachfrage nach Outdoor-Aktivitäten im Urlaub begrüßte Meyer die Themenschwerpunkte der "itb": Radreisen, Wandern, Aktivitäten in der Natur. Da passt es ja gerade, dass es für den Hüttenwanderweg im Kreis am 19. März das Deutsche Wandersiegel gibt. Dieser rund elf Kilometer lange Hüttenwanderweg, der im St. Ingberter Wald startet, führt zu schönen Plätzen, die zum Entdecken, Verweilen und Genießen einladen. Meinung

Alles vor der Haustür

Von SZ-RedakteurinChristine Maack Die Reisebranche wird in diesem Jahr nicht so gut abschneiden wie 2008. Wobei man wissen muss, dass 2008 ein absolutes Rekordjahr war. Kein Urlaubsland, kaum ein Ferienhotel, das Grund zu Klage gehabt hätte. Doch die Bäume wachsen nicht in den Himmel, es war abzusehen, dass irgendwann wieder die Rückbesinnung auf Bewährtes erfolgen würde. Deshalb war es wichtig, dass die Touristik-Förderer im Saarland nicht geschlafen, sondern ihre Angebote ständig weiter ausgebaut haben: Nordic-Walking-Parks, Fahrrad-Wege, der Jakobsweg, Premiumwanderwege, Kanufahren, Hüttenwege, historische Pfade, Schlemmertouren - das alles ist innerhalb der vergangenen fünf Jahre auf den Weg gebracht worden. Jetzt zahlen sich die Bemühungen aus, denn in diesem Jahr werden weniger Familien ins Ausland fahren, so viel steht schon fest. Und ob es sich dann überhaupt noch lohnt, in den Schwarzwald oder nach Bayern zu fahren, wenn wir vor der Haustür jede Menge guter Angebote haben, muss jeder für sich entscheiden. Wegen des guten Essens müssen wir uns jedenfalls nicht von hier wegbewegen. Und der Rest kann sich auch sehen lassen.