"Unsere Stadtmitte am Fluss"

"Unsere Stadtmitte am Fluss"

Saarlouis. Die Bagger sind längst am Werk, doch auf einen offiziellen Spatenstich für eine der größten Baumaßnahmen der Stadt Saarlouis seit Jahrzehnten wollte die Stadtspitze nicht verzichten: Am Freitag gab sie offiziell den Start zum ersten und zweiten Bauabschnitt des Ravelin V. Die einzige noch erkennbare Ecke der Überschwemmungsfestung Saarlouis aus dem 17

Saarlouis. Die Bagger sind längst am Werk, doch auf einen offiziellen Spatenstich für eine der größten Baumaßnahmen der Stadt Saarlouis seit Jahrzehnten wollte die Stadtspitze nicht verzichten: Am Freitag gab sie offiziell den Start zum ersten und zweiten Bauabschnitt des Ravelin V. Die einzige noch erkennbare Ecke der Überschwemmungsfestung Saarlouis aus dem 17. Jahrhundert wird als Park zugänglich gemacht (wir berichteten). Auf Jahre hinaus soll eine erlebbare Baustelle entstehen.Wirtschaftsminister Heiko Maas sagte beim Spatenstich: "Die Maßnahme wird das Gesicht der Stadt verändern. Sie wird den Saaraltarm zur Stadtmitte öffnen und die Attraktivität erhöhen. Sie ist sozusagen unsere Stadtmitte am Fluss" - bloß dass man im Unterschied zum Saarbrücker Projekt schon zu bauen begonnen habe.Maas unterstrich, der Tourismus mache im Saarland bereits 1,3 Milliarden Euro jährlich Umsatz, "wir brauchen weitere Highlights".

Baubeigeordneter Manfred Heyer erklärte: "Das Ravelin V soll nicht den Geschichtsinteressierten und den internationalen Touristen vorbehalten bleiben. Es wird auch ein Spielort des vitalen und kulturellen Lebens in der Stadt und ein Ort der Erholung im Alltag."

Erster und zweiter Bauabschnitt kosten laut Heyer rund drei Millionen Euro. 1,7 Millionen Euro davon kämen von Bund und Land über das Programm "Stadtumbau West". Alle vier voraussichtlichen Bauabschnitte zusammen seien auf 6,1 Millionen Euro veranschlagt; die Stadt erwarte Zuschüsse von 3,3 Millionen Euro.

OB Roland Henz bekräftigte seine Absicht, Saarlouis an die Vauban-Festungen mit dem Status Weltkulturerbe anzuhängen. "Wir haben Chancen." Er appellierte an den Stadtrat, im nächsten Haushalt Geld zu bewilligen, damit das in Saarlouis ansässige Institut für aktuelle Kunst "die Formalien dazu auf den Weg bringen kann."

Baubeigeordneter Manfred Heyer erläutert (von links) OB Roland Henz, Wirtschaftsminister Heiko Maas und Finanzbürgermeister Klaus Pecina das Projekt. Foto: Hartmann Jenal.

Zum (nachträglichen) ersten Spatenstich waren außer Maas, der Stadtspitze und Landrat Patrik Lauer auch Innenministerin Monika Bachmann, der Luxemburger Landeskonservator Guy Thewes und Cyrille Fritz, Leiter der Zitadelle Bitche gekommen; letztere als Vertreter des Festungs-Netzwerks der Großregion. > Seite C 5: weiterer Bericht

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