Uniklinik Homburg plant Muttermilchbank

Stillsymposium am 16. Oktober : Uniklinik Homburg plant eine Muttermilchbank

In den meisten Bundesländern gibt es Muttermilchbänke zur Versorgung von Frühchen. Das Saarland gehört noch nicht dazu.

Das Universitätsklinikum des Saarlandes plant eine Muttermilchbank. „Profitieren davon würde die Frühchenstation“, sagte der Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie, Professor Michael Zemlin. „Mütter als Spenderinnen zu gewinnen sollte unproblematisch möglich sein.“ Zur Finanzierung solle die Gründung einer Förderinitiative an der Klinik beitragen. In Frankfurt wird jetzt eine Frauenmilchbank eröffnet – damit gibt es sie in zwölf Bundesländern. Ohne sind nur noch Rheinland-Pfalz, Bremen, Schleswig-Holstein – und bis auf weiteres das Saarland.

„Wir versprechen uns weitere Impulse vom Stillsymposium in unserem Klinikum am 16. Oktober in Homburg“, sagte Zemlin. Dieses werde in Kooperation mit dem saarländischen Hebammenverband und einem Experten der Freiburger Universitätsklinik ausgerichtet, die eine Frauenmilchbank nutze.

In Rheinland-Pfalz sind solche Pläne nicht bekannt. Die Organisation liege bei den Kliniken und Ärzten, heißt es im Gesundheitsministerium in Mainz. Eine stetige Verbesserung der Versorgung von Frühgeborenen sei begrüßenswert, es gebe aber sehr gute Strukturen der Früh- und Neugeborenenversorgung.

1919, schon vor hundert Jahren, wurde in Magdeburg die erste „Frauenmilchsammelstelle“ gegründet. Mit Frankfurt gibt es 24 Frauenmilchbanken in Deutschland, 15 liegen in den neuen Bundesländern. Frauen, die nach einer Geburt zu viel Milch haben, pumpen diese ab und spenden sie. Die Spendermilch wird vor allem für frühgeborene Kinder verwendet. Muttermilch – auch fremde – ist laut Experten für den nicht ausgereiften Magen-Darm-Trakt der Frühchen besser verträglich, kalorienreicher und beugt Krankheiten vor. Zur Versorgung genügen kleinste Mengen. Damit wird die Zeit überbrückt, bis die Frühchen-Mütter selbst stillen können.

Obwohl Muttermilch rechtlich ein Lebens- und kein Arzneimittel ist, werden die Spenden wie Blutspenden geprüft, haltbar gemacht, etikettiert und aufbewahrt.

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