Uni räumt Fehler bei Prüfung ein

Uni räumt Fehler bei Prüfung ein

Die Universität des Saarlandes hat ein Fehlverhalten bei einer schriftlichen Prüfung von 250 Informatik-Studenten eingeräumt. Bei der Klausur am Montag waren die Studenten von der Prüfungsaufsicht videoüberwacht worden.

"Das war nicht in Ordnung und wird sich nicht wiederholen", sagte Uni-Sprecherin Friederike Meyer zu Tittingdorf der SZ. Das Landesamt für Datenschutz, das von betroffenen Studenten informiert worden war und sich am Dienstag vor Ort ein Bild von dem Prüfungsraum und der Videoüberwachung gemacht hatte, sprach von einem "unverhältnismäßigen Eingriff in die Privatsphäre der Studenten". Uni-Sprecherin Meyer zu Tittingdorf kündigte ein Schreiben der Hochschule an alle Professoren der Uni an, wonach eine Videoüberwachungen künftig nicht mehr eingesetzt werden dürfe.

Nach Darstellung der Uni sind in dem fraglichen Hörsaal mehrere Kameras installiert, mit denen Dozenten gefilmt und ihre Vorlesungen online für Studenten aufbereitet werden können. Eine dieser Kameras sei bei der Prüfung "zur Abschreckung" vor möglichen Betrugsversuchen der Studenten auf den Hörsaal gerichtet worden. Das Bild sei auf eine Leinwand an der Stirnseite des Raumes übertragen worden. Die Studenten hätten dort erkennen können, dass sie gefilmt wurden. Nach Uni-Angaben hatte die Kamera das Bild lediglich übertragen, die Aufnahme sei nicht gespeichert worden. Für die 250 Studenten waren nur drei Prüfungsaufseher eingeteilt.

Piraten, Grüne und Linke kritisierten das Vorgehen der Uni gestern einhellig. Der Piraten-Abgeordnete Michael Neyses forderte einen "Rückbau der Kameras, wo möglich". Grüne und Linke wollen das Thema im Datenschutzausschuss des Landtags auf die Tagesordnung setzen.

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