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Neues Schwarzbuch
„Ungeahnte Dimensionen“: Steuerzahlerbund seziert LSVS-Skandal

Die Finanzmisere beim LSVS ist nun auch Thema im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes.
Die Finanzmisere beim LSVS ist nun auch Thema im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Im neuen Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler findet sich nur ein einziger Fall aus dem Saarland: der Finanzskandal um den Landessportverband (LSVS). Von Tobias Fuchs
Tobias Fuchs

„Fehlende Kontrolle, unfähige Gremien und politische Einflussnahme haben zu der extremen Schieflage beim LSVS geführt.“ So lautet das Fazit von Christoph Walter, dem Landeschef der gemeinnützigen Organisation, die der öffentlichen Hand beim Geldausgeben auf die Finger schaut. Für das berüchtigte Schwarzbuch hat Walter auf mehr als zwei Seiten die Vorkommnisse rund um Sportverband aufgeschrieben. Kapitel: „Chaotisches Controlling“.


Zunächst hieß es, dem LSVS fehlten fünf Millionen Euro. Der Steuerzahlerbund hat errechnet, was der Verband damit hätte bezahlen können: zehn Kunstrasenplätze. Mittlerweile habe der Finanzskandal aber ungeahnte Dimensionen angenommen und unfassbare Missstände offenbart, so Walter. Er selbst hatte bereits im Januar die LSVS-Bilanzen aus den Jahren 2008 bis 2014 analysiert – und auf Verluste in Höhe von zehn Millionen Euro hingewiesen.

Im Schwarzbuch seziert Walter nicht nur, was im vergangenen Jahr bekannt geworden ist. Er verweist auch auf die Kosten der Aufklärungsarbeit. Beobachter gingen von mindestens einer Million Euro, schreibt er. In seinem Resümee heißt es: „Leidtragender ist der Saarsport, denn ihm fehlen nun all diese Gelder.“ Beim LSVS handelt es sich um eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, die per Gesetz mit Totogeldern ausgestattet wird.