1. Saarland

Und jährlich grinst der Stanislav

Und jährlich grinst der Stanislav

Roden. In drei Sätzen spuckte er ungefähr 20 Mal auf den Boden. Was als unangebrachtes Verhalten gewertet werden könnte, war vor einer Woche für Tischtennisspieler Stanislav Horshkov aber nur ein Mittel zum Zweck. Er wollte damit den glatten Bodenbelag in der Rodener Kulturhalle griffiger machen. Dass der Topfavorit trotzdem Spaß am 34. Dreikönigs-Turnier hatte, zeigte er im Finale

Roden. In drei Sätzen spuckte er ungefähr 20 Mal auf den Boden. Was als unangebrachtes Verhalten gewertet werden könnte, war vor einer Woche für Tischtennisspieler Stanislav Horshkov aber nur ein Mittel zum Zweck. Er wollte damit den glatten Bodenbelag in der Rodener Kulturhalle griffiger machen.Dass der Topfavorit trotzdem Spaß am 34. Dreikönigs-Turnier hatte, zeigte er im Finale. Gegen Christoph Brubach, seinen ehemaligen Mannschaftskollegen von den TTF Besseringen, scherzte der 35-jährige Ukrainer sogar: "Nein, nein, mach ruhig weiter so", sagte er zu Brubach, als die Besseringer Nummer eins zum wiederholten Male über einen leichten Fehler haderte. Doch es nützte nichts - wieder einmal war Horshkov zu stark.

Das Finale im Einzel sowie den Bitburger-Cup im Doppel mit Brubach gewann er leicht und locker mit 3:0. Lediglich einen Satz musste der Lokalmatador im Verlauf des gesamten Turniers abgeben - im Viertelfinale gegen Kevin Braatz vom CTTF Bonn.

"Ich wusste gar nicht, dass das etwas Besonderes ist", wunderte sich der 21-jährige Braatz. Trotz der 1:3-Niederlage habe ihm das Spiel aber riesig Spaß gemacht. "Horshkov ist ein ganz fairer Sportsmann. Aber wenn er will, dann lässt er mich den Klassenunterschied spüren. Besonders seine Aufschläge sind ganz stark", erklärt der Verbandsligaspieler aus Nordrhein-Westfalen, der im Doppel mit Partner Tobias Herrmann von den TTF Konz im Halbfinale an Milan Hetzenegger vom TTC Brühl-Vochem und Christoph Schumacher von der TTG Witterschlick scheiterte.

Hetzenegger war auch der einzige Nicht-Saarländer, der den Sprung ins Einzel-Halbfinale schaffte, wo er dem späteren Sieger unterlag. Das zweite Halbfinale entschied Brubach gegen Jürgen Braun von der DJK Heusweiler für sich, während er zusammen mit Horshkov im Doppel-Halbfinale Oliver Bastian und Sascha Treinen vom TTC Wehrden aus dem Turnier warf.

Auf die Frage, ob er sich in Roden auch mal echte Konkurrenz wünsche, schüttelte Stanislav Horshkov den Kopf: "Das brauche ich mit 35 Jahren nicht mehr. Mir geht es darum, Spaß zu haben und Freunde zu treffen. Das ist mein Heimturnier", verriet der Ukrainer, der bei der DJK Saarlouis-Roden die Jugendmannschaften betreut.

Neben Christoph Brubach konnte sich übrigens auch seine Frau Claudia Brubach (ATSV Saarbrücken) über einen zweiten Platz freuen. Gewinnerin in der Damen-A-Konkurrenz war Natalie Steichen vom DT Union Luxemburg. Sie setzte sich im Finale gegen Brubach mit 11:6, 11:9 und 13:11 durch. Platz drei teilten sich Tina Braun vom TTSV Saarlouis-Fraulautern und Julia Herrmann von den TTF Konz. In der Herren B-Konkurrenz (bis Saarlandliga) siegte Andreas Bieg vom TTV Rimlingen-Bachem.

Turnierleiter Carsten Sonntag freute sich vor allem über den reibungslosen Ablauf bei schließlich doch mehr als 600 Meldungen für das Turnier: "Das hatten wir schon lange nicht mehr, dass der Zeitplan so gut aufging." Schon um 21.45 Uhr wurde am Sonntagabend der letzte Ball gespielt. "Es gab keinen Verzug. Die Variante mit 21 Kategorien erscheint mir glücklich. So können wir eine größere Zahl an Meldungen verkraften", erklärt Sonntag den Unterschied zum Vorjahr mit lediglich 18 Startklassen. Somit wird der Modus im nächsten Jahr wohl beibehalten.Foto: Ruppenthal

"Das brauche ich mit

35 Jahren nicht mehr. Mir geht es darum, Spaß zu haben und Freunde

zu treffen."

 Mehr als 600 Tischtennis-Spieler gingen beim Dreikönigs-Turnier in der Rodener Kulturhalle an die Platten. Foto: Rolf Ruppenthal
Mehr als 600 Tischtennis-Spieler gingen beim Dreikönigs-Turnier in der Rodener Kulturhalle an die Platten. Foto: Rolf Ruppenthal

Stanislav Horshkov auf die Frage, ob er sich bei dem Turnier auch mal richtige Konkurrenz wünsche