Umweltschutz: Umwelt-Kampagne: Saarländer sollen „Becherhelden“ werden

Umweltschutz : Umwelt-Kampagne: Saarländer sollen „Becherhelden“ werden

Die Umweltschützer von Greenpeace im Saarland rufen die Saarländer dazu auf, die Initiative „Becherhelden“ des saarländischen Umweltministeriums und der Deutschen Umwelthilfe zu unterstützen. Das steckt dahinter.

Die Umweltschützer von Greenpeace im Saarland rufen die Saarländer dazu auf, die Initiative „Becherhelden“ des saarländischen Umweltministeriums und der Deutschen Umwelthilfe zu unterstützen und somit aktiv etwas gegen die Plastikflut durch Einwegbecher im Saarland zu tun.

Im Rahmen der Aktion Sauberes Saarland hat Umweltminister Reinhold Jost (SPD) jetzt eine neue Kampagne gegen die jährlich 34 Millionen Wegwerf-Kaffeebecher aus Pappe und Plastik gestartet, die nicht selten einfach auf der Straße oder in der Landschaft landen. Demnach gibt es künftig in vielen Cafés, Bäckereien, Tankstellen, Gaststätten und Restaurants im Land den sogenannten „Coffee to go“ auch in selbst mitgebrachten Mehrwegbechern statt in Einweg-Papp- oder Plastikbechern – und das noch zur Belohnung zehn Cent pro Getränk billiger. Die „Becherheld“ genannte Aktion wird vom Bäckerinnungsverband des Saarlandes, dem Gaststättenverband Dehoga und dem Entsorgungsverband Saar (EVS) EVS unterstützt. Ziel ist es, die wilde Müllablagerung mit den Bechern entlang von Straßenrändern einzudämmen und den Plastikmüllberg im Land insgesamt merklich zu verringern.

„Wir setzen auf Freiwilligkeit und hoffen, dass die Idee möglichst hohe Resonanz bei den Bürgern findet“, sagte Minister Reinhold Jost zum Start der Aktion in Kleinbauers Backstuben in Saarbrücken-Dudweiler. Der Betrieb des Landesinnungsmeisters im Bäckerhandwerk, Hans-Jörg Kleinbauer, ist eine von insgesamt 150 Bäckereien im Land. Viele von ihnen bieten den besonders bei Jugendlichen und Berufstätigen beliebten „Coffee to go“ nun für zehn Cent billiger auch im mitgebrachten Mehrwegbehältnis an. „Das ist eine Win-Win-Situation für den Kunden und auch für uns“, sagt Kleinbauer. „Wir sparen die zehn Cent für den Einwegbecher – die bekommt jetzt der Kunde.“

Ähnlich denken laut Minister Jost schon zum Auftakt der Aktion mehr als 100 Betriebe und Geschäfte im Land, darunter auch McDonald’s, Aral-Tankstellen und Gastro-Betriebe am Saarbrücker Flughafen und an der Theaterstätte Alte Feuerwache. Auch sie – oftmals erkennbar an einem Schild-Aufkleber „Becherheld-Tankstelle“ – bieten künftig Heißgetränke zum Mitnehmen etwas billiger in mitgebrachten Mehrwegbehältnissen an. Wer will, kann in Bäckereien auch ein Mehrweg-Becherbehältnis für 5,95 Euro kaufen. Alle bei „Becherheld“ teilnehmenden Betriebe werden auf der Homepage und in elektronischen Medien des Saar-Umweltministeriums beworben.

„Wir sind sehr daran interessiert, dass die Aktion erfolgreich wird“, betonte Dehoga-Präsidentin Gudrun Pink zum Auftakt. Und EVS-Geschäftsführer Georg Jungmann erklärte: „Wir haben uns gerne der Aktion angeschlossen, denn Müllvermeidung ist der beste Weg, um dem EVS und dem Gebührenzahler Geld zu sparen“. Laut Jungmann werden im Saarland jedes Jahr 1450 Tonnen Müll wild in Wald und Forst sowie 250 Tonnen entlang von Autobahnen und Straßen abgelagert. Dazu wandern noch 1400 Tonnen Müll in öffentliche Papierkörbe. Mit der neuen Aktion soll dieser Papp- und Plastikmüllberg nun spürbar verringert werden.

www.becherheld.saarland.de