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Umfrage: Mehrheit will Bezirksräte behalten

Umfrage: Mehrheit will Bezirksräte behalten

Saarbrücken. Sie benennen Straßen, dürfen Zuschüsse an Vereine vergeben und stellen eine Prioritätenliste für Investitionen auf - trotzdem ist die Macht der Bezirksräte der Stadt Saarbrücken begrenzt. Die Bezirksbürgermeister betonten in der SZ, dass sie wichtige Ansprechpartner für die Bürger sind

Saarbrücken. Sie benennen Straßen, dürfen Zuschüsse an Vereine vergeben und stellen eine Prioritätenliste für Investitionen auf - trotzdem ist die Macht der Bezirksräte der Stadt Saarbrücken begrenzt. Die Bezirksbürgermeister betonten in der SZ, dass sie wichtige Ansprechpartner für die Bürger sind. Wir wollten von den Menschen in den Bezirken Mitte, West und Halberg wissen: Stimmt das? Oder kann bei den Bezirksräten gespart werden?Werner Brocker aus Gersweiler - der Stadtteil gehört zum Bezirk West - findet die Bezirksräte wichtig, "denn die kümmern sich um den Bezirk". Zwar hätten sie "nur ein Anhörungsrecht und somit nicht viel zu sagen", meint der 70-Jährige. Trotzdem sollten sie seiner Meinung nach als Ansprechpartner vor Ort erhalten bleiben. "Hier sollte man nicht sparen. Sie nehmen Anfragen entgegen."

Räte wichtig für Vereine

Christoph Knopp wohnt im Bezirk Halberg. Der 36-Jährige hatte noch keinen Kontakt mit Bezirksratsmitgliedern oder mit Bezirksbürgermeister Daniel Bollig (CDU). Die Existenzberechtigung der Gremien ist für ihn ein zweischneidiges Schwert: "Das Problem ist, dass das Land sich so was eigentlich nicht mehr leisten kann. Wenn man aber diese Ansprechpartner in den Randbezirken wegrationalisiert, dann kümmert sich dort niemand mehr."

Ulla Breit aus dem Bezirk Mitte lobt die Arbeit des Bezirksrats. Vor allem mit der Bezirksbürgermeisterin Christa Pieper (SPD) ist die 70-Jährige zufrieden: "Frau Pieper ist in St. Arnual sehr präsent und macht sich für die Vereine stark. Da ich mich selbst im Sportverein engagiere, ist sie für uns eine wichtige Ansprechpartnerin."

Dass "jedes Schiff einen Kapitän" braucht - dieser Meinung ist Dieter Schwarz aus dem Bezirk Mitte. "Saarbrücken ist ja doch groß und die Oberbürgermeisterin Charlotten Britz kann sich nicht um alles kümmern. Daher ist es wichtig, dass es die Bezirksräte gibt, die der Zentralverwaltung zutragen können, wo der Schuh drückt."

"Auf keinen Fall sparen"

Die 26-jährige Isabel Sand aus dem Bezirk Halberg würde bei den Räten "auf keinen Fall sparen". Sie meint: "Für die Bezirke ist das ein Stück Eigenständigkeit. Und es ist schön, dass es Menschen in den Bezirken gibt, die gewillt sind, etwas für die Bürger zu tun." Mancher Bezirk in der Stadt sei "auf dem sozialen Abstieg, und wenn es dann keine Bezirksräte mehr gibt, wird sich dort niemand mehr kümmern."