1. Saarland

Überzeugend: Schlagzeug-Duette im Ensemblekonzert

Überzeugend: Schlagzeug-Duette im Ensemblekonzert

Saarbrücken. Das Schlagzeug ist in einem Symphonieorchester nicht nur dazu da, den Rhythmus zu verstärken. Melodische Initiativen gehören nämlich durchaus zu seinen Aufgaben. Vibraphon oder Marimbaphon schillern in genau fixierten Tonhöhen - aber auch die so genannten "Geräusche" unterscheiden sich in Charakter und Klangfarben erheblich voneinander

Saarbrücken. Das Schlagzeug ist in einem Symphonieorchester nicht nur dazu da, den Rhythmus zu verstärken. Melodische Initiativen gehören nämlich durchaus zu seinen Aufgaben. Vibraphon oder Marimbaphon schillern in genau fixierten Tonhöhen - aber auch die so genannten "Geräusche" unterscheiden sich in Charakter und Klangfarben erheblich voneinander. Michael Gärtner, Martin Frink, Victor Kraus und Ronald Lück von der Deutschen Radio Philharmonie zeigten im 1. Ensemblekonzert in der Musikhochschule Saar am Mittwoch, wie facettenreich und klanglich nuanciert modernes Schlagzeug-Spiel sein kann. In Duetten mit jeweils einem Instrument übernahmen sie nicht selten die Initiative, steigerten sich von der reinen Begleitung oder rhythmischen Grundierung zum Ideenträger und sicherten damit Form und Spannung. Reinhilde Adorf (Bratsche) in einer Sonate des Australiers Peter Sculthorpe, Brigitta Jacobs (Flöte) in einer Jolivet-Suite und einer "Hommage" der Amerikanerin Barbara Kolb wie auch Guilhaume Santana (Fagott) in der dreiteiligen Tanz-Studie "Nairobi, la nuit" des Franzosen Alexandre Ouzounoff brillierten nicht nur in ihren virtuosen Solo-Parts, sondern bewährten sich feinfühlig im nahtlosen Zusammenwirken mit den Schlagzeug-Kollegen. Begeisternd war auch die Steigerungfähigkeit und rhythmische Präzision, mit der kurzweilige Unterhaltung erregende Tiefenschärfe gewann. Zum Abschluss des Ensemblekonzertes demonstrierten Gärtner, Frink und Lück im Xenakis-Furioso "Okho" für drei Djemben, dass auch Handtrommeln, je nach Art und Punkt des Anschlags, unerwartete reizvolle Klangunterschiede bieten können. pes