Überall soll "St. Wendeler Land" draufstehen

Überall soll "St. Wendeler Land" draufstehen

St. Wendel. "Der Gast denkt nicht in Gemeindegrenzen." Da ist der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (Foto: SZ) im SZ-Gespräch sicher. Thema des Gespräches ist das neue touristische Leitbild für das St. Wendeler Land (wir berichteten). "Wir müssen das Kirchturmdenken überwinden", sagt der Landrat

St. Wendel. "Der Gast denkt nicht in Gemeindegrenzen." Da ist der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (Foto: SZ) im SZ-Gespräch sicher. Thema des Gespräches ist das neue touristische Leitbild für das St. Wendeler Land (wir berichteten). "Wir müssen das Kirchturmdenken überwinden", sagt der Landrat. "Es macht keinen Sinn, dass jede Gemeinde ihr eigenes Ding macht." Alle sollen gemeinsam unter der Dachmarke St. Wendeler Land zusammenarbeiten. Noch gebe es in den Kommunen eine Flut von unterschiedlichen Prospekten und Flugblättern, nennt er ein Beispiel. Noch tue sich mancher schwer, bei Gästeanfragen auf Übernachtungsangebote und attraktive Freizeitmöglichkeiten in der Nachbargemeinde hinzuweisen. "Wenn man für die anderen mit wirbt, hat man auch etwas davon", stellt Martina Scheer klar, die Leiterin der Tourist-Information St. Wendeler Land. Dieses Umdenken zugunsten der regionalen Marke St. Wendeler Land ist ein wichtiger Baustein des neuen touristischen Leitbildes.Das Leitbild haben Kommunalpolitiker, Touristikfachleute, Gastronomen und engagierte Bürger in mehreren Arbeitskreisen im Frühjahr entwickelt. Sieben Arbeitsgruppen beschäftigten sich mit unterschiedlichen Fragen. Begleitet und moderiert hat dies das Unternehmen Projekt M unter der Leitung von Professor Edgar Kreilkamp. Die Ergebnisse dieses Nachdenkens hat Kreilkamp auf 40 Seiten zusammengefasst. Das touristische Leitbild hatte noch der alte St. Wendeler Kreistag verabschiedet.Das St. Wendeler Land muss zu einer Marke werden, ist eine Kernaussage des Gutachtens. Und deshalb ist es so wichtig, dass die Präsentation der Region "aus einem Guss" ist. Die Ausarbeitung eines Markenhandbuches hat für den Professor deshalb eine hohe Priorität. Es geht um die einheitliche Verwendung des Logos "St. Wendeler Land" auf allen Werbematerialien, um eine gemeinsame Bild- und Textsprache in den Werbematerialien. Das gilt analog auch für den Internetauftritt. Überall, wo St. Wendeler Land drin ist, soll es auch draufstehen, so die Philosophie. Auf vier Themenfeldern will die Region in den kommenden Jahren Pluspunkte sammeln: Aktiv sein in der Natur, Freizeit am Bostalsee, Kultur und Genuss sowie Sport auf internationalem Niveau. Darauf aufbauend werde der Landkreis seine Förderrichtlinien für touristische Investitionen ändern, kündigt Recktenwald an.Aktivitäten in der Natur, gut essen, kulturelle Veranstaltungen - diese Schwerpunkte gebe es auch an anderen Orten. Ziel müsse es sein, unverwechselbar zu werden, so der Landrat: "Das wird nicht einfach." Bei allen touristischen Angeboten seien hohe Qualität und bester Service ausschlaggebend.Die Arbeitsgruppen unter der Federführung von Professor Kreilkamp haben mehr als 40 konkrete Projekte vorgeschlagen, die, nach Prioritäten geordnet, abgearbeitet werden sollen. Eine hohe Priorität hat zum Beispiel das Markenhandbuch. Ein Leitprojekt soll das Angebot eines Kinder-Premium-Wanderweges werden, der für Familien mit Kindern gedacht ist. Am Bostalsee soll eine Wasser-Erlebniswelt entstehen mit verschiedenen Spielmöglichkeiten. Vorgeschlagen ist auch eine zentrale Verleih- und Teststation für Aktivitäten in freier Natur. Ausgebaut werden muss die Gastronomie an den Premium-Wanderwegen, meint Recktenwald. Begrüßungsschilder an den Einfahrten ins St. Wendeler Land sollen die Gäste willkommen heißen. In einer Gastro-Arbeitsgemeinschaft (AG), einem lockeren Zusammenschluss von Gastronomen, sollen sich die privaten und kommunalen Tourismusanbieter austauschen. Diese AG ist laut Recktenwald bereits auf gutem Wege. Die Umsetzung des Leitbildes steuert eine Lenkungsgruppe, in der auch die Bürgermeister und die Kreistagsfraktionen vertreten sind.

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