Über 100 Musiker feiern mit Gunni Mahling

Show Ensemble : Über 100 Musiker feiern mit Gunni Mahling

Gelungener Auftritt im Funkhaus Halberg

Unter dem Motto „Ich würd‘ es wieder tun“ feierte der saarländische Musiker Gunni Mahling bereits im Jahr 2017 gemeinsam mit befreundeten Künstlern seinen 50. Geburtstag.  Das schrie schon damals geradezu nach einer Fortsetzung: Am vergangenen Samstag und Sonntag standen deshalb etliche Musiker, zwei Chöre und ein Kammerorchester im Funkhaus Hal­berg in Saarbrücken auf der Bühne: Mehr als 100 Musiker befanden sich unter der Gesamtleitung von Gunni Mahling, dem die Freude über dieses Konzert sichtlich anzumerken war. „Herzlich willkommen zum Wahnsinn“, eröffnete er den musikalischen Schlagabtausch – und fügte hinzu: „Es wird spannend.“ Und spannend wurde es tatsächlich.

So zum Beispiel, als die saarländische Band Savoy Truffle  ihren Song „Dance Stranger Dance“ zum Besten gab. Die Formation überzeugte mit einem sperrigen Sound, der viel Dissonanzen aufwies und sich dennoch eingängig ineinander fügte. Andreas Nagel dagegen huldigte dem einstigen „King of Rock’n’Roll“ Elvis Presley. Und auch, wenn die Technik manchmal nicht mitspielte, konnte sich das Duett mit Sue Lehmann durchaus hören lassen.

Fast schon christlich ging es bei dem Titel „Jauchzet Frohlocket“ zu, über den Mahling scherzte, er habe darüber mit seinem „Kollesch“ Johann Sebastian diskutiert und sei zu dem Entschluss gekommen, dass man dieses Werk unbedingt modern interpretieren müsse. Gesagt, getan: Die jazzige Version des Gunni-Mahling-Showensembles hatte einen hohen Unterhaltungswert. Gunni Mahling war zufrieden: „Ich fand’s eigentlich ganz lustig. Johann Sebastian hat sich übrigens auch nicht beschwert…“

Ganz nebenbei übten sich die Künstler außerdem in Nachwuchsförderung: Ein Kinderchor interpretierte mit „Wozu sind Kriege da“ einen hoffnungsvollen Appell an die ältere Generation – und mit „You raise me up“ ein Plädoyer für alle talentierten Eltern.

Auf den Humor Heranwachsender zielten die Songs des Chors „Classa Viva“, der Lieder wie „Banana Boat“ und „Schöneberger Abendlied“ aufführten. Minimalistisch präsentierte sich Lorenz Blaumer, der mit dem Sound seiner E-Violine und einer Eigenkomposition auf der klassischen Geige ohne viel Aufwand, aber mit guter Musik einen ganzen Raum musikalisch zu füllen wusste.

Gunni & Friends überzeugten an diesem Abend in ihren Darbietungen mit viel Herzblut – selbst dann, wenn die Technik mal nicht mitspielte.  Dem Publikum gefiel’s. So gut, dass die Musiker erst nach mehreren Zugaben die Bühne verlassen durften.

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