Turnmatten haben ausgedient

Turnmatten haben ausgedient

St. Wendel. Landesturnfest in St. Wendel. Am Freitagmorgen strömen jede Menge Schülerklassen durch die Innenstadt. Eine neunköpfige Gruppe der Bliestalschule aus Oberthal durchstreift die Straßen. Sie nimmt an der Stadtrallye teil. Andere Teams sind bereits zurück im Stadtpark. Hier ist die Sportmeile, die mit einem großen Mitmach-Angebot lockt

St. Wendel. Landesturnfest in St. Wendel. Am Freitagmorgen strömen jede Menge Schülerklassen durch die Innenstadt. Eine neunköpfige Gruppe der Bliestalschule aus Oberthal durchstreift die Straßen. Sie nimmt an der Stadtrallye teil. Andere Teams sind bereits zurück im Stadtpark. Hier ist die Sportmeile, die mit einem großen Mitmach-Angebot lockt.Was auffällt: Die alten Turnmatten scheinen ausgedient zu haben. Der Saarländische Turnerbund präsentiert sich modern. Turnen auf der aufblasbaren Airtrack-Bahn, eine neue Entwicklung, ist der Renner. Susanne Volz, Trainerin beim TuS Arnual, steht neben der Bahn, die wie eine riesige Luftmatratze aussieht, und gibt Tipps beim Salto oder der Radwende. Vier Turnerinnen des TV Rohrbach sind mit der Methodik-Rolle auf der Bahn unterwegs, die das Balancegefühl verbessern soll. "Es ist toll. Bei unserem Bodenturnen machen wir ähnliche Sachen", erzählt die zehnjährige Linda Ruck.

In schwindelerregende Höhen

Groß ist der Andrang beim Gerät Jumpfly, einer Mischung aus Trampolin- und Bungee-springen. "Hier kann ich so richtig hochspringen", freut sich Sarah König aus Bubach-Calmesweiler. Hannah Mees will nicht länger warten, bis sie an die Reihe kommt. "Ich komme wieder, wenn hier weniger Betrieb ist", sagt sie. Tischfußball in Lebensgröße spielen die Schüler der Erweiteren Realschule Schaumberg Theley. Maximilian Müller hat auch seinen Favoriten in der Sportmeile entdeckt: Kinder und Jugendliche können in schwindelerregende Höhen klettern, indem sie einen Turm aus Kisten bauen und diesen weiter erhöhen, während sie vorsichtig auf ihm balancieren. Eine kleine Unachtsamkeit bringt Maximilian aus dem Gleichgewicht - und sein aus 14 Kisten bestehender Turm bricht zusammen. Der 14-Jährige, gesichert von einem Seil, wird wieder abgelassen. "Später probiere ich das wieder", sagt Maximilian.

Plötzlich füllt sich der Stadtpark merklich. 400 Schüler der Nikolaus-Obertreis-Schule aus St. Wendel treffen nach und nach ein. "Alle haben die zehn Disziplinen beim Kinderturnabzeichen absolviert, jetzt sollen sie sich richtig austoben", sagt Lehrerin Elisabeth Molitor. Ihre Kollegin Doris Scherer ist mit den Sechs- und Siebenjährigen bei der so genannten Slackline angekommen, einem Seil, auf dem man balancieren kann. Fast wie beim Seiltanz. "Den Kindern gefällt es sehr, sie sind begeistert", erzählt Scherer. Beim Rundgang habe sie schöne Anregungen für den Turnunterricht bekommen.

Im Turnspiel-Parcours stemmt Lissy Rickes (8) den ein Kilogramm schweren Kin-Ball. Mit dem Sportgerät wird ein kooperatives Mannschaftsspiel betrieben. Durch die besonderen Flugeigenschaften des Kin-Balls werden Koordination, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer gefördert. Andere Kinder werfen Bälle durch hölzerne Reifen. "Wir bieten Geschicklichkeitsübungen mit dem Ball an", erklärt Heiko Weber von den LTF Mauschbach. "Wir sind ja eigentlich alle Läufer. Im Winter aber üben wir gerne alternative Ballsportarten im Training aus."

Tischfußball mal anders: Beim Human-Soccer herrschte großer Andrang. Ähnlich wie beim Tischfußball sind die Spieler angebunden.

Am Nachmittag nimmt dann auch bei Nicole Gebhardt von der Deutschen Turnerjugend der Betrieb beim Spielspaß für die ganze Familie zu. Bei "Familie gewinnt" können sich Familien bei einem Mix aus Sprung-, Wurf- und Geschicklichkeitsspielen für das Finale beim Deutschen Turnfest qualifizieren. Und die alten Turnmatten bleiben in der Ecke.

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